Lackierung und Weathering

Wir verpassen dem Modell eine hübsche, leicht ausgebleichte Lackierung. Dazu müssen wir Schritt für Schritt vorgehen.

Schritt 1: Die Grundlackierung

Wir besprühen das Modell einfach „stumpf“ in den drei Grautönen, die wir uns ausgeguckt haben. Mit der Unterseite fangen wir an – sie bekommt einen guten Schuss Tamiya Matt Himmel-Grau XF 19:

Also, wirklich spektakulär ist das natürlich nicht!

Machen wir mit der Oberseite weiter. Zuerst pusten wir einen Schwall Tamiya Matt Dunkel-Grau XF 24 über große Teile des Rumpfs. Einige Ecken lassen wir dabei aber aus – die bekommen anschließend noch eine andere Farbe.

Zu guter Letzt schrauben wir die feine Düse auf unsere Airbrush. Nun kommt die letzte Grundfarbe an die Reihe – Tamiya Matt Neutral Grau XF 53. Mit der brauchen wir möglichst feine Übergänge.

Und so schaut es dann aus, wenn die Grundlackierung steht:




Das alles wirkt natürlich auf den ersten Blick ziemlich schlampig und eintönig … aber das ist okay so. Schließlich wollen wir ja jetzt erst so richtig mit dem Weathering loslegen!

Schritt 2: Schmutz & Schlieren.

So ein Düsenjäger, der bekommt schon einiges ab, wenn er durch die Luft saust (würde meine Oma jetzt sagen … wenn sie noch leben würde). Tja, und das hinterlässt Spuren.

Das Beste ist, diese Spuren mithilfe von Pastellkreidestaub zu simulieren. Und zwar so:

Zuerst mit einem Pinsel etwas Kreidestaub auftragen …

… dann mit einem Küchentuch kurz davor ansetzen und beherzt nach hinten durchziehen …

… damit eine Schliere entsteht …

… die man dann über den ganzen Flieger verteilen kann. Wenn das alles erledigt ist, noch einmal mit einem feuchten Spülschwamm komplett drübergehen und ein wenig Kreidestaub runterwischen. Dabei kann man schon recht robust zu Werke gehen, denn die Schlieren halten mehr aus, als man denkt!

Das vorläufige Ergebnis:

Machen wir also weiter …

Schritt 3: Ausgebleichte Farbtupfen.

Für diese Arbeit benötigt man zunächst einmal sehr, sehr viel Zeit und Geduld. Das ist nichts, was man mal „so eben zwischendurch“ machen kann.

Fangen wir also an: Wir laden unsere Airbrush mit dem hellen Tamiya XF 19 Himmel-Grau. Damit hatten wir die Rumpfunterseite besprüht. Nun benutzen wir es – recht hoch verdünnt – um mit feiner Airbrushdüse viele, viele kleine Tupfen und Flecken auf die helleren Partien der Rumpfoberseite zu sprühen – also auf Bug und Seitenleitwerk.

Das Ergebnis sieht lustig aus. Die F-16, Sondermodell „Schneetreiben“:

Aber damit noch nicht genug – schließlich will auch der Rest noch bearbeitet werden.

Also machen wir weiter und beschießen die dunklen Partien der Oberseite mit Tamiya XF 53 Neutral Grau und die Unterseite mit Tamiya XF 2 Matt Weiß. Das Ergebnis:



Schritt 4: Überblenden

Hierzu laden wir die Airbrush wieder mit den Originalfarben, mit denen wir die Grundlackierung aufgetragen hatten. Diesmal verdünnen wir die Farben aber stark, um etwas mehr Kontrolle über den Überblend-Effekt zu haben. Schließlich sollen die Tupfen und Schlieren im Nachhinein noch erkennbar sein.

Das Ergebnis lässt sich nur schwer im Bild festhalten – zumindest kommen nicht alle Nuancen so richtig raus:

Schritt 5: Highlights

Die Lackierung eines Kampfjets ist hohen Belastungen ausgesetzt. Daher kommt es immer wieder einmal zu „Schmuddelecken“, an denen der Lack Schmisse bekommt und ausgebessert werden muss. Um das zu simulieren – und die Oberfläche noch ein wenig optisch aufzulockern -, laden wir zunächst unsere Airbrush mit Tamiya XF 69 Nato Black. Damit tragen wir ein paar deutliche Flecken auf. Etwa so:

Danach füllen wir die Airbrush wieder mit der jeweiligen Grundfarbe und übersprühen die dunklen Flecke – allerdings nicht komplett! Die schwarzen Ränder müssen anschließend noch deutlich sichtbar sein. Zum Schluss wird dann das Ganze noch einmal leicht „überblendet“, um harte Übergänge zu vermeiden.

Das Ergebnis:

Schritt 6: Abtönen

Letzte Runde des Weatherings!

Hierbei lege ich einen feinen, diffusen Farbnebel auf das Modell. Weiß auf die Vorderkanten der Tragflächen und der Dämpfungsflossen des Leitwerks, Schwarz auf die jeweiligen Hinterkanten. Außerdem noch ein leichter, schwarzer Farbnebel auf den Rumpf, hauptsächlich im Heckbereich. Dabei arbeite ich mit feiner Airbrushdüse und extrem verdünnter Farbe … oder vielleicht sollte ich sagen: mit gefärbter Verdünnung.

Und nun das amtliche Endergebnis:

Damit ist der Flieger nun bereit für einen guten Schuss W5-Bodenglanz – und dann können wir uns über die Decals hermachen. Im Anschluss daran bleibt noch ein Washing mit schwarzer Ölfarbe – schön rein in alle Ritzen und Vertiefungen. Außerdem hier und dort noch ein kleiner Klecks hochverdünnte Ölfarbe „Gebr. Siena“ – das gibt noch einen schönen Effekt oben drauf. Das alles führe ich hier aber nun nicht mehr im Detail an. Stattdessen machen wir gleich weiter mit den Decals …

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