1/32 Revell Junkers Ju 87B Stuka


 
 

1/32 Revell Junkers Ju 87B Stuka


 
 
Vorgestellt hatte ich den Kollegen ja schon. Wer sich also einen Überblick über den Bausatz verschaffen möchte, bevor es ans Eingemachte geht:

Zur Bausatzvorstellung >>>

Den Baubericht selbst werde ich nun in einem Stück aufziehen, anstatt ihn – wie sonst gewohnt – in mehrere Bauabschnitte aufzuteilen. Stattdessen gibt es dann eine separate Fotogalerie des fertigen Modells im Bereich „Fotos“.

Einige Vorüberlegungen:

Eines war von Anfang an klar: Es handelt sich zwar um einen recht anständig detaillierten, aber keineswegs extrem anspruchsvollen Bausatz. Man hätte daraus also ohne Weiteres ein Riesenprojekt machen können, sofern man auf eine Hyperdetaillierung Wert legt. Bei mir war das nicht der Fall. Deswegen beschloss ich recht schnell, das Teil zu großen Teilen direkt aus dem Kasten zu bauen und nur wenige Ergänzungen vorzunehmen. Ganz allmählich schieße ich mich ohnehin auf diesen modus operandi ein.

Weniger klar war mir, welche der beiden möglichen Versionen ich nun bauen soll. Nach einigem Hin und Her entschied ich mich schließlich für die Variante, die auch auf dem Kasten abgebildet ist. Die gelben Farbtupfer an Bug und Heck machen das Modell einfach interessanter. Und so legte ich dann auch munter los.

Ach ja: Für die Fotos wählte ich diesmal einen grünen Untergrund. Hintergedanke war, dieses Grün später durch eine weniger aufdringliche Farbe zu ersetzen. Da dies allerdings hinten und vorne nicht richtig funktionierte, blieb es beim Grün. Falls jemand davon Wahrnehmungskorrosion erleidet: Verklagt mich.

Der Zusammenbau:

Angefangen hat alles – wie bei so vielen Flugzeugmodellen – mit dem Cockpit.

Nur eine Hand voll Teile, doch die wollten mir schon nicht gefallen. Insbesondere mit den Sitzen hatte ich so meine Problemchen:

 

Viele Fotos vom Original konnte ich nicht auftreiben, doch schon anhand der wenigen Bilder, die ich im Internet fand, war klar: Das haut alles überhaupt nicht richtig hin. Der Pilotensitz ging ja noch halbwegs, doch der Sitz des Bordschützen war einfach nur daneben. Also musste eine Eigenbaulösung her – obwohl ich genau das ja vermeiden wollte.

Der nächste Knaller: Die beiden Figuren.

Alles, was Recht ist – aber die haben es wirklich nicht verdient, im Stuka Platz zu nehmen. Die beiden Figuren gehen weniger als Soldaten der deutschen Luftwaffe, sondern vielmehr als Mitglieder einer Alienstreitmacht durch. Mit ihren viel zu dünnen Gliedmaßen könnten sie auch den Bulimisten-Bombern oder irgendeiner Modelagentur angehören. Also entschied ich, das Flugzeug ohne Besatzung zusammenzubauen. Doch das kam mir ohnehin entgegen, denn schließlich hatte ich mir schon Sitzgurte als Fotoätzteile beschafft. Mit den Figuren an Bord wären diese Gurte überhaupt nicht zum Einsatz gekommen. Damit hätte ich also Geld zum Fenster hinaus geworfen und das Modell sogar eher noch abgewertet. Die beiden Kasper flogen also in hohem Bogen in die Mülltonne.

Stattdessen habe ich mich darauf konzentriert, aus Plastikkarte und Rödeldraht zwei neue Sitzuntergestelle zu ferkeln, die den Originalen hoffentlich etwas näher kommen:

Damit sahen die Sitze allerdings immer noch nicht halbwegs originalgetreu aus. Also habe ich auch hier Hand angelegt. Den Sitz des Bordschützen habe ich gleich komplett selbst gebaut:

Danach ging es ans Lackieren. Als Grundfarbe wählte ich Tamiya Acryl XF-24 Dunkelgrau, was der Revell-Vorgabe am Nächsten kommt. Ob es auch tatsächlich zu 100% mit der Innenraumfarbe des realen Vorbildes übereinstimmt kann ich nicht beurteilen. Ich finde aber, es sieht ganz ansprechend aus. Dazu kam noch ein leichtes Trockenmalen mit Revell Aluminium 99, um die Kanten ein wenig besser zu betonen. Anschließend folgte gleich die Montage der Sitze:

 

Damit waren dann auch gleich die Fotoätzteile verballert.

Weiter ging es mit den Seitenteilen. Diese warten mit allerlei Hebelchen und anderen Bedienelementen auf – allesamt angegossen. Selbstverständlich hätte ich die Teile komplett plan schleifen und dann noch einmal von Grund auf selbst aufbauen können, doch genau diese Arbeit wollte ich vermeiden. Also habe ich mich darauf beschränkt, alles hübsch farblich hervorzuheben. Nun gut, ein paar Kabel habe ich dazu improvisiert, damit es nicht ganz so trocken aussieht:

Danach machte ich mich über das Armaturenbrett her – eine meine Lieblingsaufgaben. Hierzu fand ich ausreichend Bildmaterial im Internet. Inwieweit dieses auch tatsächlich akkurat ist, kann ich nicht beurteilen. Armaturenbretter von Originalflugzeugen scheinen rar zu sein. Also habe ich mir ein „vertrauenswürdig“ aussehendes Foto herausgesucht und munter drauflos gepinselt. Das Resultat:

Der Zusammenbau aller Teile funktionierte dann leider nicht ganz so reibungslos, wie ich es mir gewünscht hätte. Der Grund: Die Bodenplatte war reichlich verzogen. Mit einigem Drücken und Halten habe ich das aber rasch in den Griff bekommen. Damit war ein Großteil des Cockpits fertig:

 

Eigentlich hätte nun dieses MG15 zum Einsatz kommen sollen:

Das Ding gefiel mir aber überhaupt nicht. Stattdessen beschloss ich, ein Zurüstteil aus dem Hause CMK zu verwenden. Diese Teile gibt es im Zweierset:

Doch dies habe ich zunächst zurückgestellt. Stattdessen habe ich mich um den Ölkühler sowie die Auspuffrohre gekümmert. Folgende Teile wollten zusammengebracht werden:

Nicht gerade sonderlich viele Teile, doch alleine die Auspuffrohre hatten ihre Tücken. Sie bestanden nämlich aus massiven Plastikstücken, was mir überhaupt nicht gefiel. Schließlich können Auspüffe nicht auspuffen, wenn sie am Ende keine Löcher haben. Daher schnappte ich mir meinen Möchtegern-Dremel, spannte einen kleinen Fräskopf ein und machte mich an die Arbeit. Das Ergebnis war zwar ein wenig zittrig, aber nicht übel, wie ich finde:

Vorher:

… und nachher:

Danach galt es, die beiden Teile zusammenzukleben und zu lackieren. Der Ölkühler bekam dabei eine leichte Trockenmalerei. Bei den Auspuffrohren gab ich mir schon mehr Mühe, indem ich braunen Kreidestaub auf die noch nicht getrocknete Farbe tupfte, um einen Rosteffekt zu erzeugen. Zuletzt kamen noch einige winzige Tupfer mit Revell Aluminium 99 hinzu, um die Auspüffe noch verwitterter aussehen zu lassen (hier auf den Bildern noch nicht zu sehen):

 

Es folgte der Motor. Wieder eins von diesen Teilen, an denen man ein halbes Leben lang herumwerkeln kann, ohne dem Original auch nur nahe zu kommen:

Beim Zusammenbau offenbarte der Bausatz eines seiner übelsten Seiten, was die Passgenauigkeit anging:

Mit etwas Geduld, Spucke und – vor allem – Plastikkleber ging es dann aber einigermaßen. Darüber hinaus war die Oberseite ganz in Ordnung. Auf die Unterseite konnte ich ohnehin pfeifen, denn die war später ohnehin nicht mehr zu sehen. Also entsorgte ich noch die angegossenen Zündkabel und verpasste dem Motor einige Kabel aus Rödeldraht – auch wenn diese später fast vollständig im Rumpf verschwinden und auch bei geöffneter Haube kaum noch zu sehen sind:

Ein guter Schluck mattschwarzer Farbe und etwas Trockenmalerei rundeten das Bild dann ab:

Der nächste Bauabschnitt befasste sich dann mit dem Fahrwerk. Auch dieses umfasste nicht gerade viele Teile:

Mit den Reifen gab ich mir einige Mühe. Diese wurden zunächst schwarz lackiert – eine Farbe, die Reifen in der Regel an sich haben. Danach ging ich noch mit allerlei Kreidestaub darüber, bis mir schließlich einfiel, dass die Räder ja vollständig unter Verkleidungen verschwinden. Nun ja, immerhin hat es einigen Spaß gemacht, mit der Kreide herumzusauen …

Nach dem Zusammenbau des Fahrwerks war noch einige Schleifarbeit notwendig, doch Dank einer recht guten Passgenauigkeit ging das recht zügig über die Bühne. Danach eine dunkelgrüne Lackierung mit einigen Farbabstufungen darin und zuletzt noch ein wenig „abgeblätterte“ Farbe, die ich mithilfe von Revell Aluminium 99 simuliert habe.

Weiter ging es mit dem Motorspant …

… und den Rumpfhälften:

Das Einkleben des Cockpits und des Motors erwies sich als überraschend unkompliziert, denn beide Teile passten einwandfrei. Am Motorspant habe ich noch einige Kabel hinzugefügt, doch ansonsten nicht allzu viel modifiziert, denn im Großen und Ganzen sind die vorhandenen Strukturen durchaus an den richtigen Stellen angegossen. Natürlich könnte man alleine aus diesem Teil wieder ein Lebenswerk machen, doch das sehe ich nicht ein – zumal dies alles die meiste Zeit über unter der Haube verschwindet.

 

Im Anschluss an das Zusammenpappen der Rumpfhälften kümmerte ich mich zunächst um das Leitwerk:

Da sich ziemlich schnell zeigte, dass die Passgenauigkeit sehr gut ist, entschied ich, das Höhenleitwerk zunächst komplett zu montieren und zu lackieren, bevor ich es an den Rumpf anbaute. Zum Einsatz kamen nebst dezentem Highlighting und Filtering auch etwas Kreidestaub, den ich dann noch einmal mit stark verdünnter Farbe übermalte. Hintergrund für meine etwas verdrehte Vorgehensweise war auch der, dass ich den Rumpf vor dem Anbau des Leitwerks lackieren wollte. Damit sparte ich mir dann eine Menge Abkleberei. Und so sah das fertige Leitwerk inklusive einiger Alterungseffekte dann aus:

Nach dem Leitwerk kümmerte ich mich dann um die Tragflächen. Hier gab es fast nur große Teile:

Was mich allerdings störte, waren die angegossenen Bordwaffen. Ich entschied, diese aus gestutzten Kanülen zu improvisieren. Diese klebte ich einfach in die Tragflächen ein:

 

Danach fackelte ich nicht lange, sondern klatschte die fertigen Tragflächen an den Rumpf. Auf großartige Feinheiten nahm ich dabei wenig Rücksicht. So gibt es an der Unterseite der Querruder beispielweise eine Reihe von Auswerfermarken, die ich nicht weiter bearbeitete. Wozu auch? Diese Unterseiten werden später ohnehin kaum noch beachtet. Und so sah der fertige Rumpf dann mit den Tragflächen aus:

 

Weiter ging es mit der Bemalung. Diesmal fing ich mit der Unterseite an. Diese bekam eine Grundierung in Hellblau (Tamiya XF-23). Alle Blechstöße und markanten Strukturen ging ich dann mit leicht abgetönter Farbe noch einmal nach, während ich die Innenseiten der Bleche mit aufgehellter und extrem verdünnter Farbe besprühte. Das Ganze bekam dann einen guten Schuss Pastellkreide, um schwarze Schlieren zu erzeugen, die ich dann wieder leicht mit XF-23 übesprühte. Alles in allem ergab dies einen hübsch verwitterten Look:

Zu gefallen wussten auch die Decals. Anfangs hatte ich Bedenken, diese auf die erhabenen Strukturen zu pappen. Wie sich dann herausstellte, funktionierte dies aber einwandfrei. Natürlich musste mit einem Schluck Weichmacher nachgeholfen werden, doch mit einigem vorsichtigen Andrücken und leichtem Wischen legten sich auch die großflächigen Decals wunderbar an die Konturen an, wie man hier auch sieht:

Schwer mit Decals bestückt ist auch das Fahrwerk. Hier gab es gerade mit dem Buchstaben an der Vorderseite einiges Geschiebe, denn dieser wollte an der sphärischen Krümmung der Fahrwerksverkleidung einfach nicht glatt anliegen. Also musste ich mit einigen kleinen Schnitten nachhelfen. Das Ergebnis stellte mich schließlich zufrieden:

Bei der Endmontage des Rumpfes ist mir dann noch ein kleines Schmankerl eingefallen. Der Lufteinlass an der Seite (wofür der auch immer dienen mag – ich bin schließlich kein Flugzeugtechniker) sah mir noch ein bisschen zu „nackig“ aus. Deswegen habe ich ihn mit einem Stück Fliegengitter und einem zweckentfremdeten Strohhalm ein wenig frisiert:

Einst:

Jetzt:

Im Anschluss lackierte ich zunächst die Front. Dabei fuhr ich nach und nach so ziemlich alles auf, was ich in Richtung Verwitterungseffekte zu bieten habe: Abtönen mit extrem verdünnter, abgedunkelter Farbe – Aufhellen mit extrem verdünnter und mit Weiß versetzter Farbe – helle Schlieren mit stark verdünntem Weiß – dunkle Schlieren mit extrem verdünnten Schwarz. Wenn man mit einem solchen Sprühgang fertig ist und nach jedem Farbeinsatz den Airbrush gereinigt hat, dann hasst man das Ding! Aber mit dem Ergebnis war ich zufrieden – bis auf die miserable Passgenauigkeit der Motorabdeckung, versteht sich:

Weil es so schön war, wiederholte ich diese Arbeitsschritte auch noch an den Tragflächen. Diese erhielten ebenfalls das volle Programm:

Im Cockpit ergänzte ich noch einige winzige Abziehbilder, die ich anfangs schlichtweg vergessen hatte:

 

Danach war noch eine kleine Bastelstunde angesagt. Es fehlte nämlich die Halterung für die Munition des Bordschützen sowie der Behälter für die verbrauchten Magazine. Die Magazine stammen aus dem Hause CMK, den Halter habe ich selbst aus gezogenem Gießast geferkelt und den Abfallbehälter habe ich aus Plastikplatte zusammengeschustert. Zugegeben, ich habe mir keine sonderliche Mühe gegeben, denn man sieht das Zeug später so gut wie überhaupt nicht mehr, sofern man nicht die Kabinenhaube abreißt:

Zuletzt erhielt der Kollege seine finale Lackierung:

 

Last but not least: Das MG15 des Bordschützen. Wie ein ganzes Stück höher bereits angekündigt, habe ich hierfür das Originalteil verschmäht und stattdessen ein Zurüstteil aus dem Hause CMK eingesetzt. Und damit werde ich diesen Baubericht auch beschließen:

Aber das ist natürlich noch nicht alles. Natürlich gibt es noch einige Fotos vom fertigen Modell. Diese habe ich allerdings in die Fotogalerie ausgelagert.

Zur Fotogalerie >>>

That’s all, folks!

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