Der Rumpf

Das zusammengeklebte Seitenleitwerk - ein verdammt großes Teil!

Beim Rumpf mussten – wie bei den meisten Modellbausätzen üblich – zunächst einmal rohe Kräfte walten, damit das ganze Zeug aus zusammenhält. Dummerweise führte das nicht immer zum gewollten Ergebnis, denn hier und dort ging es nicht ohne Spachtelmasse.

Eine gespachtelte Schmuddelecke. Gut 1 Millimeter Überstand muss geglättet werden.

An verschiedenen Stellen sogar ziemlich viel Spachtelmasse …

Ein Spalt vor dem Bugfahrwerk benötigt Spachtelmasse.

Auch an der Oberseite des Bugs muss gespachtelt werden.

Dennoch geht die Passgenauigkeit für ein Modell dieser Größe völlig in Ordnung. Die vorderen Rumpfhälften passen sehr genau und auch das Cockpit fügt sich bestens hinein, ohne dass geschoben, gezerrt oder gedrückt werden muss.

Der größtenteils montierte Bug.

Auch im Rumpf wirkt das Cockpit noch beeindruckend.

Es gibt zwei Möglichkeiten, den Bug zu gestalten: Offen oder geschlossen. Im offenen Zustand ist das darunter liegende Radar zu sehen. Das ist sicherlich recht imposant, wenn man ein Diorama baut. Für meine Zwecke taugt es allerdings nicht allzu viel. Umso besser, denn auf diese Weise konnte ich das Gegengewicht zum Austarieren des Modells direkt im Bug unterbringen.

Traditionsgemäßg verwende ich dazu die Bestandteile einer Bleikordel für Gardinen. Damit die einzelnen Bleikügelchen später nicht im Rumpf herumklickern, übergieße ich sie mit 5-Minuten-Poxy. Als ich den Tornado-Bug dann schließlich mit dem von Revell vorgeschlagenen Gewicht bestückt hatte, staunte ich nicht schlecht:

Eine unglaublich schwere Schnauze!

Weiter ging es mit der hinteren Rumpfpartie. Dort verlief der Zusammenbau anfangs wenig spektukal:

Anschließend habe ich die vorlackierte Rumpfvorderseite mit dem vorlackierten Heck verklebt. Über die Lackierung habe ich bislang noch überhaupt kein Wort verloren – doch da gibt es auch nicht allzu viel zu sagen. Ich habe den Flieger streng nach Anleitung lackiert und dabei auf weiche Farbübergänge gesetzt. Bei einem Modell in diesem Maßstab kommt das einfach realistischer rüber. Anschließend habe ich noch die Blechstöße durch leichtes Filtering mit abgetönter Farbe betont und die Flächen ganz leicht aufgehellt, um das Modell ein wenig gebraucht wirken zu lassen.

Wirklich lustig: Damit die Teile auch zusammenhalten, musste ich mir eine Stellage einfallen lassen, um das Modell senkrecht aufzustellen:

Auch wenn es hier so aussieht - der Tornado ist KEIN Senkrechtstarter!

Das Ergebnis macht durchaus schon etwas her:

Ein erster Blick auf das vorlackierte Modell.

Was mir überhaupt nicht gefiel: Die Aufnahmen der Tragflächen. Beim Original sitzen an den Hinterkanten der Tragflächen im Rumpf Gewebestücke, die aufgeblasen werden können, wenn die Tragflächen nach vorne geschwenkt sind. Auf diese Weise wird der Rumpf luftdicht versiegelt. Dem Bausatz liegen nun zwei Teile bei, die diese Blasebälge darstellen sollen. Das ist gut gemeint – aber eben nicht richtig gut. Also musste ich selbst ran!

Eine Tischdecke aus Krepp muss herhalten, um die Abdichtungen der Schwenkflügel zu improvisieren.

Was ich nicht ahnen konnte: Dieses Kreppzeugs kann Farbe saufen wie eine Kuh! Ich weiß gar nicht, wie viele Airbrushladungen ich auf diese Teile knallen musste, bis es endlich gesättigt war. Aber irgendwann war Schluss und die Teile hatten die Farbe angenommen, die ich haben wollte. Anschließend musste ich die Dinger nur noch mit dünnflüssigem Blitzi anpappen, was aber gar nicht so einfach war. Als die Farbe getrocknet war, waren die Teile nämlich steif wie die Bretter!

Eine fertige Abdichtung. Hier muss noch einmal nachlackiert werden, denn das Rot der Tischdecke kommt wieder durch.

Danach ging es los mit den Decals. Ich kann Euch sagen: Was für ein Krampf! Ich erlebte Silvering in einer neuen Dimension. Erst als ich mit der Hälfte der Decals baden gegangen war, fand ich eine Methode, das alles sauber hinzubekommen. Der Trick: Den Softer zuerst auftragen und dann die Decals in den Softer drücken. Zuvor habe ich es immer andersherum gemacht: Zuerst die Decals drauf, dann andrücken, dann Softer. Funktionierte nicht. Sapristi!

Ein kleines Fazit:

Damit war der Zusammenbau soweit abgeschlossen.

Ganz ehrlich: Auch wenn ich mir wegen der Decals in den Allerwertesten hätte beißen können und nicht immer über die Passgenauigkeit glücklich war – das ist ein toller Bausatz! Die Details im Cockpit sind phantastisch und auch aus dem Rumpf lässt sich einiges machen. Oft müssen nur einige Strippen gezogen werden, um den Apparat ordentlich optisch aufzuwerten.

Was ich allerdings wirklich kurios fand: Es sind viel zu wenige Decals vorhanden, um alle Wartunghinweise zu realisieren! Dabei bietet der Bogen schon eine Unzahl von winzigen Stencils. Und doch reicht es nicht, um wirklich alles zu realisieren, was die Bauanleitung anführt.

Aber darüber will ich nicht meckern. An der Oberseite ist soweit alles vorhanden, was vorhanden sein soll – und die Unterseite wird später ohnehin kaum noch Beachtung finden.

Noch eine kleine Anmerkung zur nun folgenden Fotogalerie: Als ich die Bilder schoss, robbte ich auf dem Bauch um das Modell herum. So fanden mich zwei Spaziergängerinnen, die sich prächtig über mich und mein Vorhaben amüsierten. Das Modell erntete von den beiden Damen allerdings viel Lob. Damit war mein Tag gerettet – obwohl er bis dahin richtig gut gelaufen war 😉

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