1/32 Revell Arado Ar 196 A-3

Das Cover-Artwork

1/32 Revell Arado Ar 196 A-3

 
 

Hersteller: Revell
Erscheinungsjahr: 2010
Hersteller-Bestellnummer: 04688
Länge: 346 Millimeter
Spannweite: 393 Millimeter
Bauteile: 192 (Herstellerangabe)
Kaufpreis: 29,99 Euro (Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers)

 
 

Zuerst eine kleine Geschichtsstunde:

 
 
1937 als Nachfolger der Heinkel He 60 entwickelt, wurde die Arado Ar 196 als Standardbordflugzeug auf deutschen Kriegsschiffen eingesetzt. Die ersten Serienflugzeuge wurden ab 1939 ausgeliefert.

Die Ar 196 wurde unter anderem auf dem Schlachtschiff Bismarck sowie dessen Schwesterschiff Tirpitz eingesetzt. Außerdem waren die Flugzeuge als Seeaufklärer sowie als Seenotrettungsflugzeuge im Einsatz.

Angetrieben wurde das Flugzeug von einem BMW-132K Sternmotor. Mit seinen 960 PS (706 kW) beschleunigte dieser Watz von einem Motor die Ar 196 auf eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 310 km/h und ließ sie bis zu einer Dienstgipfelhöhe von 7020 Metern steigen. Damit ist klar: Bis auf den Gipfel des Mount Everest hätte es der Flieger nicht geschafft. Aber dort gibt es schließlich auch keine Seen zum Aufklären …

Zwei Mann waren nötig, um das Vehikel in die Luft zu befördern, dort zu halten und dorthin zu steuern, wo es hin sollte. Und falls jemand Stunk suchte: Mit zwei 20-Millimeter-Kanonen in den Tragflächen, einem 7,92-Millimeter-MG im Bug, einem schwenkbaren 7,92-Millimeter-MG im Beobachterstand und zwei 50-kg-Bomben unter den Tragflächen konnte die Ar 196 auch ganz ordentlich austeilen.
 
 

Der Baukasten:

 
 
Allein beim Anblick der Verpackung wird klar: Revell hat hier nicht gekeckert, sondern gekotzt (und wo, zum Donnerwetter, ist mein „l“ abgebieben?). Für einen eher recht kompakten Bausatz kommt der Karton mit imposanten Abmessungen daher.

Fotos eines fertigen Modells.

Sechs Fotos auf einer Kartonseite zeigen verschiedene Ansichten eines fertigen Modells. Allein beim Anschauen dieser Bilder ist klar: Wir haben es hier mit einem hoch detaillierten Bausatz aus der neuen Formengeneration von Revell zu tun – was auch die Ausmaße des Kartons rechtfertigt. Bei diesen Formen haut Revell so richtig rein. Stellenweise frage ich mich, ob ich bei solchem Detailreichtum überhaupt noch zu japanesischen Edelherstellern greifen muss. Da ich das aber ohnehin nur selten mache, kann ich die Frage vorerst hintenan stellen.
 
 

Der Packungsinhalt:

 
 
Öffnet man den Karton, so purzeln einem sechs Plastiktüten mit jeweils einem oder gleich mehreren Gießästen entgegen. Außerdem flattert noch eine Bauanleitung und ein – überraschend kompakter – Decalbogen umher.

Schauen wir uns den Inhalt der einzelnen Tüten einmal an:

Die erste Tüte:

Hier sind gleich jede Menge Kleinteile verstreut – vom Cockpit über Steuerflächen bis hin zu Teilen des Motors und der Schwimmer. Ein klares System erkenne ich dabei nicht, doch das muss natürlich nicht bedeuten, dass es keins gibt. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu doof, um es zu erkennen. Was ich allerdings erkenne: eine ganze Menge Details, die mich schon an der Anschaffung des Ätzteilesatzes zweifeln lassen! Und zwar solche Geschichten:

 

Die zweite Tyte:

Hier haben wir es nun mit Rumpfteilen, Tragflächen und Steuerflächen zu tun. Details gibt es allerdings auch hier zu sehen:

 

Die dritte Tüte:

Die große Platte soll nicht etwa einen sich drehenden Propeller darstellen, sondern vielmehr einen Ständer für das Modell. Weil sie nicht sonderlich spektukal ist, will ich mal nicht näher darauf eingehen. Details sucht man jedenfalls vergebens (wer hätte das gedacht?). Das ist aber auch wirklich nicht schlimm, denn die beiden Rahmenteile des Cockpits reißen alles wieder raus. Man schaue sich nur dieses Gefitzel an:

Fein ausgearbeitet Bedienelemente.

Und auch das einsame Rumpfteil neben dem Ständer hat einiges an hübschen Gravuren zu bieten:

Strukturen an der Rumpfunterseite.

Die vierte und die fümpfte Tüte:

Ja, diese Tüte gibt es gleich zweimal. Darin finden sich Teile für die beiden Schwimmer sowie Kleinteile für das Innenleben des Fliegers. Göbe es die Tüte nur einmal, dann hätte der Flieger nur einen Schwimmer und würde umkippen. Schön dämlich. Umso besser: Die Details der Kleinteile.

Magazine für das Bord-MG.

Die sechste Tüte:

Die Klarsichtteile. Eigentlich ist nicht viel dazu zu sagen. Auf diesem Bild sind sie nicht leicht zu erkennen, weil es in der Natur von Klarsichtteilen liegt, durchsichtig zu sein.

Außerdem vorhanden:

Die Bauanleitung. Auf 60 Bildern werden Zusammenbau und Lackierung beschrieben. Das sollte ausreichen, um das Modell zusammen zu bekommen – hoffe ich.

Und schließlich auch noch der Dekorbogen. Er gibt Decals für zwei Versionen her:

  • III./KG 100 in Kalamaki, Kreta; Januar 1943
  • Bordfliegertruppe 196 an Bord der Tirpitz, Sommer 1943

Die Unterschiede zwischen den beiden Lackierungen sind nur marginal. Die zweite Version verfügt aber über einen albernen Jubiläumsaufkleber an der Backbordseite. Das sieht so grenzwertig bescheuert aus, dass ich mich entweder für die Kreta-Variante entscheide oder den Aufkleber einfach weglasse.

Das Artwork des Kartons zeigt übrigens die Kreta-Version.
 
 

Der Ätzteilesatz

 
 

 
 

Hersteller: Eduard (allerdings auf Revell gelabelt)
Erscheinungsjahr: 2010
Hersteller-Bestellnummer: 00710
Bauteile: 1 (selbst nachgezählt – zweimal)
Kaufpreis: 34,99 Euro (Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers)

 
 
In Revells hauseigenem Forum hat dieser Ätzteilesatz für jede Menge Geätze gesorgt. Grund dafür war der ätzende Preis, der den Kaufpreis des eigentlichen Modellbausatzes locker sprengt. Zugegeben, es ist wirklich kernig, so viel Geld für ein Stückchen Blech aus dem Fenster zu kippen. Allerdings handelt es sich um ganz besonderes Blech!

Für mich war von Anfang an klar, dass ich den Flieger nur in Verbindung mit diesem Ätzteilesatz bauen werde. Der Preis war mir dabei ziemlich schnuppe, auch wenn ich nicht gerade unter die Rockefellers gegangen bin. Abgesehen davon stand der Preis ja schon von Anfang an fest, sodass ich keine böse Überraschung erlebte.
 
 
 

Ein kleines Fazit:

 
 
Wieder eine dieser neuen Bausatzformen, mit denen Revell zeigt, was auch für moderates Geld alles möglich ist.

Der Detailreichtum ist wirklich eine Wucht. Selbst ohne Zurüstteile kann man damit ein Wahnsinnsmodell heraushauen. Wenn die Passgenauigkeit nun auch noch das hält, was der erste Eindruck verspricht, dann hat Revell mit diesem Bausatz wieder einmal einen Vogel abgeschossen. Mit der 1/72 Junkers Ju 290 A-7 habe ich ja schon eines dieser neuen Modelle kennen lernen dürfen. Wenn die Ar 196 nun genauso abgeht, dann werde ich einen Haufen Spaß damit haben.

Was noch Erwähnung finden muss: Auswerfermarken gibt es reichlich, doch keine einzige davon liegt auch nur in der Nähe des Sichtbereichs. Wer auf Fischhäute steht, der wird von diesem Bausatz enttäuscht sein. Es gibt nämlich keine. Auch die Gießgrate halten sich sehr in Grenzen – ein schäbiger Hieb gegen die Schmirgelpapierindustrie!

Allerdings weiß ich nicht, ob ich diesen Bausatz uneingeschränkt für einen Anfänger empfehlen könnte. Wer vom Tuten und Pusten keine Ahnung hat, der wird sich wahrscheinlich an diesem Ding einen abbrechen.

Oh Mann, hoffentlich kriege ich das überhaupt einigermaßen gebacken …
 
 
That’s all, folks!

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