1/32 Revell Junkers Ju 87B Stuka

 

1/32 Revell Junkers Ju 87B Stuka

 
 

Hersteller: Revell
Erscheinungsjahr: 1990
Hersteller-Bestellnummer: 4796
Länge: 335 Millimeter
Spannweite: 434 Millimeter
Bauteile: 77 (ohne Gewähr, in der Bauanleitung abgezählt)
Kaufpreis: Nicht mehr nachvollziehbar; Bausatz ist derzeit nicht erhältlich.

 
 

Einige Worte zum geschichtlichen Hintergrund:

 
 
Die Junkers Flugzeugwerke AG folgte 1934 einer Ausschreibung des Technischen Amtes im Reichsluftfahrtministerium nach einem Flugzeug mit Sturzkampfeigenschaften. Am 17. September 1935 erfolgte dann der Jungfernflug eines einmotorigen Tiefdeckers mit Knickflügeln, der die Bezeichung „Ju 87“ trug.

Nach verschiedenen Modifikationen kam die Ju 87 schließlich bei den Feldzügen in Polen und in Frankreich zum Einsatz. Dort übernahm sie die Luftunterstützung der vorrückenden Truppen. In der Luftschlacht um England wurde sie als Bomber eingesetzt, doch sie war zu langsam und zu schwach bewaffnet, um nennenswerte Erfolge zu erzielen. Sie wurde auch im Mittelmeerraum gegen englische Truppen und Seeziele sowie im Russlandfeldzug als Sturzkampfbomber und Schlachtflugzeug eingesetzt. Ironie des Schicksals: Als 1943 das Bündnis zwischen Deutschland und Rumänien zerbrach, wurden einige Ju 87, die in Rumänien stationiert gewesen waren, von den Rumänen gegen Deutschland eingesetzt.

Die Ju 87 sah außergewöhnlich aus und erlangte einen hohen Bekanntheitsgrad. Auch wenn dieses Flugzeugmuster seine Schwächen hatte, erarbeitete es sich doch einen legendären Ruf als Schreckgespenst (was auch auf die damalige Propaganda zurückzuführen war). Außerdem wurde bei den Einsätzen dieser Maschine Wert auf psychologische Kriegsführung gelegt. So wurden beispielsweise Sirenen an den Fahrwerksbeinen befestigt, um das Heulgeräusch beim Sturzflug zu verstärken und die Feinde in Angst und Schrecken zu versetzen.

Die Junkers Ju 87B-2 Stuka wurde von einem Junkers Jumo-211-Motor mit 1200 PS angetrieben. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei etwa 390 km/h, die Dienstgipfelhöhe bei 8000 Metern. Die Besatzung bestand aus einem Piloten und einem Funker. Neben ihrer Bombenlast von ca. 500 kg verfügte die Ju 87 über zwei MG17 in den Tragflächen sowie ein nach hinten gerichtetes MG15 zur Selbstverteidigung.

Heute kann eine Junkers Ju 87 im Auto-, Technik- und Verkehrsmuseum in Sinsheim besichtigt werden. Sie ist allerdings in einem desolaten Zustand und stinkt, denn sie wurde vor Saint Tropez aus dem Wasser geborgen. Ein weiteres Wrack ist im Deutschen Technischen Museum in Berlin zu sehen.
 
 

Der Baukasten:

 
 
Nachdem ich das Modell bei ebay erworben hatte, war der Baukasten mit einigen Kampfspuren, aber noch versiegelt bei mir eingetroffen. Wie bei Revell typisch, finden sich an den Seiten des Kastens vier Bilder eines fertigen Prototyp-Modells sowie einige Angaben zu den wichtigsten Farben, dem Modell selbst sowie dem geschichtlichen Hintergrund.

Der erste Blick in den Kasten.

Ein Blick in den offenen Kasten zeigt eine Bauanleitung, einen Decalbogen, vier Gießäste mit Bauteilen sowie einen kleineren Gießast mit Klarsichtteilen. Auf eine gesonderte Verpackung der einzelnen Gießäste in Plastikfolie hat Revell vor gut 20 Jahren noch verzichtet.
 
 

Papierkrieg:

 
 
Dieses Kapitel fällt reichlich kompakt aus, denn Revell hat diesen Bausatz nicht mit übermäßig viel Papier ausgestattet.

Die Bauanleitung - erste Seite.


 

Die Bauanleitung - zweite Seite.

Die Bauanleitung kommt als übersichtliches Faltblatt daher. Auf der ersten Seite gibt es neben der üblichen Legende der verwendeten Symbole und einigen Hinweisen zum Zusammenbau des Modells in sieben verschiedenen Sprachen noch eine Auflistung der 15 Farben, die bei diesem Bausatz Verwendung finden:

  • Anthrazit, matt 9
  • Hellgrau, matt 75
  • Hautfarbe, matt 35
  • Hellblau, matt 55
  • Blaugrau, matt 79
  • Grau, matt 57
  • Grüngrau, matt 67
  • Eisenfarbig, metallic 91
  • Aluminium, matt 99
  • Mausgrau, matt 47
  • Khakibraun, matt 86
  • Granitgrau, matt 69
  • Gelb, matt 15
  • Karminrot, matt 36
  • Weiß, matt 5

Danach wird in 9 Bildern der Zusammenbau des Modells beschrieben. Es folgen noch zwei weitere Bilder zur Bemalung und Anbringung der Decals. Zwei Versionen der Ju 87 lassen sich darstellen:

  • Ju 87B-2, 4./St. G. 77, Balkanfeldzug (auf dem Cover des Kartons abgebildet)
  • Ju 87B-2, 3./St. G. 5

Der Decalbogen.

Die Ausstattung des Bausatzes mit Decals ist recht üppig ausgefallen. Neben den Hoheitsabzeichen und Kennungen sind auch etliche Wartungs- und Benutzungshinweise enthalten. Außerdem sind die Cockpitinstrumente als Decals dargestellt.
 
 

Die Bauteile

 
 
Nun aber zu den Bauteilen selbst. Vier Gießäste mit Bauteilen, ein Gießast mit Klarsichtteilen. Und so sehen sie aus:

Die Klarsichtteile.

Fangen wir mit den Klarsichtteilen an. Den Großteil dieser Teile stellt die Cockpitverglasung. Dazu gibt es noch die Abdeckung des Landescheinwerfers und die Glasplatte am Boden der Maschine.

Der erste Gießast.

Hier warten die Unterseiten der Tragflächen, die Motorhaube, der Ölkühler, die Sturzflugbremsen sowie der komplette Propeller, der bei diesem Modell aus nur einem Teil besteht. Hier noch zwei Detailansichten der Strukturen auf den Tragflächen sowie auf der Motorhaube:

 

 
 

Der zweite Gießast.

Der zweite Gießast beherbergt eine Rumpfhälfte, das gesamte Fahrwerk, Teile des Leitwerks sowie einen Großteil der Cockpitteile.

Das Armaturenbrett.

Vergleicht man das Armaturenbrett mit dem Original, so hält es dem Vergleich weitestgehend stand. Durch Betonung der Konturen durch Trockenmalen und entsprechender Farbgebung der Instrumente ist eine gute Darstellung sicherlich ohne Weiteres möglich. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Konturen abzuschleifen und stattdessen die mitgelieferten Decals zu benutzen. Um das Armaturenbrett anschließend plastischer zu gestalten, ließen sich dann beispielsweise durchbohrte Schablonen aus dünner Plastikplatte über die Decals legen.

Wie man im Bild unten links sieht, ist auch die Seitenwand des Cockpits auf diesem Gießast strukturiert dargestellt. Erste Vergleiche mit Originalfotos zeigten auch hier Übereinstimmungen. Allerdings werden einige Kabel und Leitungen sicherlich noch hinzugefügt werden müssen.

 

Wie auf dem Bild rechts oben zu sehen ist, hat Revell den Motor ebenfalls mit Details versehen. Diese kommen zwar einigermaßen wuchtig daher, doch insbesondere die Zündkabel werden später noch bei geöffneter Haube gut zu sehen sein und verdienen daher etwas Überarbeitung. Feiner Wickeldraht dürfte hier das Mittel der Wahl werden.

Der dritte Gießast.

Hier bekommen wir es nun mit der zweiten Rumpfhälfte und den Querrudern zu tun. Außerdem gibt es noch einen Großteil der Bombenlast, die zweite Hälfte des Motors und das MG15.

Das MG15.

Gerade dieses MG15, das sich hier leider bereits vom Gießast gelöst hat, ist zwar nicht schlecht detailliert, doch es kommt immer noch ziemlich grobschlächtig daher. Allerdings wartet bereits ein Zurüstteil von CMK auf seinen Einsatz. Ursprünglich für den Einsatz in der 1/32 Revell Heinkel He 111 P-1 vorgesehen, hatte ich zwei Doppelpacks MG15 beschafft. Eines davon ist übrig und kann in der Ju 87 verbaut werden.

Der vierte Gießast.

Der letzte Gießast. Hier dominieren die Oberseiten der Tragflächen. Außerdem lauern hier die Höhenruder, die Besatzung und die letzten Teile des Cockpits.

Weitere Details im Cockpit.

Wie sich zeigt, sind auch die Instrumente des Funkers hübsch strukturiert. Ein Vergleich mit dem Original steht allerdings noch aus. Mit ein wenig Trockenmalen dürften auch hier recht gute Ergebnisse erzielbar sein.
 
 

Fazitismus:

 
 

PRO CONTRA
Obwohl er bereits mehr als 20 Lenze auf dem Tacho hat, bietet der Bausatz eine gute Detaillierung. Strukturen sind erhaben dargestellt und werden beim Entfernen von Gieß- und Klebegraten abgeschliffen. Außerdem lassen sich Konturen nicht durch ein Washing hervorheben und das Anbringen der Decals ist schwieriger.
Recht einfacher, problemloser Zusammenbau. Viele Details sind zwar vorhanden, doch ziemlich grob ausgeprägt. Daher ist einige Nacharbeit notwendig.
Da ich bereits über Erfahrung mit diesem Bausatz verfüge, weiß ich, dass die Passgenauigkeit absolut in Ordnung geht.  

Alles in allem gefällt mir dieser Bausatz sehr gut. Mit ein wenig Nacharbeit lässt sich daraus ein schönes Modell zaubern. Filigrane Teile sind kaum vorhanden, daher kann sich auch ein Anfänger ohne Weiteres an diesen Baukasten wagen. Voraussetzung wäre nur, dass man dieses Modell noch irgendwo auftreiben könnte, was momentan offenbar nicht allzu einfach ist. Selbst bei ebay ist zurzeit nichts mehr erhältlich. Bliebe nur noch die Hoffnung auf eine Neuauflage von Revell, gegenbenenfalls unter dem Label der klassischen/historischen Bausätze, die derzeit teilweise wieder aufgelegt wird.

That’s all, folks …

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