1/32 Trumpeter Messerschmitt Bf 109E-3

1/32 Trumpeter Messerschmitt Me Bf 109E-3 - das Cover-Artwork.


 
 

1/32 Trumpeter Messerschmitt Bf 109E-3

 
 

Hersteller: Trumpeter
Erscheinungsjahr: 2009
Hersteller-Bestellnummer: 02288
Länge: 273 Millimeter
Spannweite: 308 Millimeter
Bauteile: 274 (Herstellerangabe)
Kaufpreis: 26,99 Euro – 30,25 Euro (je nach Shop, Stand Oktober 2011)

 
 

Zuerst der Geschichtsunterricht:

 
 
Einem Flugzeugmodellbauer etwas über die Messerschmitt Bf 109 zu erzählen wäre ungefähr so, als wolle man einem Vegetarier erklären, wie ein Kohlrabi aussieht!

Kurzum: Die Messerschmitt Bf 109 war DAS Jagdflugzeug der deutschen Luftwaffe im 2. Weltkrieg. Man könnte sie auch den VW Golf der Jagdflugzeuge nennen. Die Planung hatte bereits 1934 begonnen. Im Mai 1935 folgte der Erstflug, ab 1937 dann die Massenfertigung. Die Variante „E“ ging ab Herbst 1938 in Produktion. Eingesetzt wurde sie in Polen, Norwegen, Frankreich, in der Luftschlacht um England, in Nordafrika und in der Sowjetunion. Einige Maschinen wurden auch an die Schweiz verkauft.

Pilotiert wurde die Messerschmitt Bf 109E-3 (das „Bf“ steht übrigens für „Bayerische Flugzeugwerke“) von einem einzigen Chauffeur. Dieser war Herr über die 990 PS des DB-601 A-1 V-12-Motors, der die Maschine auf eine Höchstgeschwindigkeit von 570 km/h brachte. Die Dienstgipfelhöhe lag bei 10500 Metern. Bewaffnet war das Flugzeug mit zwei MG 17, die durch den Propeller feuerten sowie zwei 20-Millimeter-Maschinenkanonen MG FF, die in den Tragflächen untergebracht waren.

Wer sich mehr Wissen über die Messerschmitt Bf 109 im Allgemeinen und die Bf 109E-3 im Besonderen anlesen möchte, dem empfehle ich den entsprechenden Wikipedia-Artikel – doch hierfür sollte man einige Zeit mitbringen, denn der ist recht ausführlich.
 
 

Der Baukasten:

 
 
Ausgeliefert wird der Bausatz in einem recht kompakten Karton mit den Abmessungen 38 cm x 24 cm x 7 cm. Die Oberseite ziert das über dieser Vorstellung stehende Cover-Artwork.

 

An den Seiten des Kartons sind bereits Zeichnungen zu den unterschiedlichen Varianten zu sehen, in denen das Modell dargestellt werden kann. Außerdem gibt es noch einen kurzen geschichtlichen Abriss in englischer Sprache sowie einige Hinweise zur Altersempfehlung in mehreren Sprachen.

Das erste Öffnen.

Beim ersten Öffnen des Kartons fällt der Blick sofort auf die Bauteile. Kleinteile, Fotoätzteile und der Papierkrieg halten sich dezent im Hintergrund – und zwar am Boden des Kastens.
 
 

Papierkrieg:

 
 

Die Bauanleitung.

Den Papierkrieg eröffnet die Bauanleitung. Diese liegt in einem Format annähernd DIN-A-4 im Querformat vor. Auf dem Titelblatt ist eine Zeichnung des Modells über einigen Hinweisen in englischer und chinesischer Sprache zum Zusammenbau zu sehen. Danach folgt auf Seite 2 eine schematische Übersicht über alle Bauteile sowie die Decals. Von Seite 3 bis Seite 12 wird dann in 10 Abbildungen der Zusammenbau beschrieben. Leider geben einige Bauschritte anfangs Rätsel auf, doch mit etwas Kombinationsgabe lässt sich herausfinden, wie sich die Chinesen den Zusammenbau vorgestellt haben.

Die Bauanleitung enthält außerdem ein großes, farbig bedrucktes Hochglanzfaltblatt, auf dem die Bemalung sowie die Anbringung der Decals beschrieben ist. Die Farbliste gestaltet sich dabei so:

Color Mr. Hobby Vallejo Model Master Tamiya Humbrol
White Insignia H 316/316 991 1745 X2 22
Light Blue H 67/115 906 XF23 65
RLM04 Yellow H /113 A78
RLM 02 Grey H 70/60 869 XF22
RLM71 Dark Green H 64/17
RLM70 Black Green H 65/18 897 XF27 91
Burnt Iron H 76/61 863 1795 X10 53
Tire Black H 77/137

Drei Bemalungsvarianten bietet Trumpeter an:

  • Bf 109E-3 Josef Priller; 6./JG51, Herbst 1940 (auf dem Cover zu sehen)
  • Bf 109E ‚Weiße 13‘, Feldwebel Heinrich „Heinz“ Bär, 1./JG51, Pihen, September 1940
  • Bf 109E-3, Schweizerische Fliegerkompanie J-371, Frühjahr 1940

Ich muss zugeben, die schweizerische Variante hat etwas durchaus Reizvolles an sich – was nicht nur an dem Overkill an Signalfarbe Rot liegt.

 

Eine Plastiktüte gibt gleich zwei Decalbögen her, die neben Wartungs- und Benutzungshinweisen die Hoheitsabzeichen und Markierungen für alle drei möglichen Varianten beinhalten.
 
 

Die Bauteile:

 
 
Die Bauteile sind auf zehn Gießäste verteilt, die in neun Plastiktüten verpackt sind. Hier eine Übersicht:

Der erste Gießast.

Hier haben wir es ausschließlich mit den Tragflächen zu tun.

Der zweite Gießast.

Am zweiten Gießast sind beide Rumpfhälften angegossen. Außerdem gibt es hier das Seitenruder und die Motorabdeckung.

Der dritte Gießast.

Gießast Nummer 3 beherbergt schon mehr Teile. Hier ist insbesondere das Fahrwerk vertreten. Außerdem gibt es einen Zusatztank, eine Bombe, den Ölkühler und Teile des Propellers.

Der vierte Gießast.

Am vierten Gießast sind hauptsächlich die Ruderflächen, Klappen und Teile des Cockpits bzw. der Innenausstattung zu finden.

Der fünfte Gießast.

Gießast 5 beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Motor und den Bordwaffen.

Der sechste Gießast.

Der sechste Gießast ist in der gleichen Tüte zu finden wie der fünfte. Hier geht es hauptsächlich um das Cockpit.

Der siebte Gießast - drei unterschiedliche Spinner.

Gießast Nr. 7 wartet nur mit drei Teilen auf: Unterschiedliche Spinner für die verschienen Versionen des Modells.

Klarsichtteile - die Kabinenhaube.

Gießast 9, einzeln verpackt, ist mit den Klarsichtteilen der Kabinenhaube bestückt.

Weitere Klarsichtteile an einem gesonderten Gießast.

Last but not least Gießast Nr. 10. Hier gibt es ebenfalls Klarsichtteile, diesmal allerdings die Positionslichter.

Und es gibt noch weiteres Zubehör:

Moosgummiräder.

Das Fahrwerk wird mit Moosgummireifen ausgestattet. Diese liegen bereits einzeln bei und sind nicht – im Gegensatz zu so manchem anderen Bausatz – an einem eigenen Moosgummigießast angegossen. Man kann sich beim Zusammenbau also einige kitzlige Schneidearbeit sparen.

Die Fotoätzteile - original von Trumpeter.

Als besonderes Goodie liegt noch ein Ätzteilesatz bei, mit dem beispielsweise das Cockpit und verschiedene Rumpfteile hochdetailliert werden können.
 
 

Die Details:

 
 
Schauen wir uns nun einige Bauteile aus der Nähe an – ohne viele Worte:

Versenkte Blechstöße und Nieten an der Tragflächenunterseite.


 

Versenkte Strukturen an einer Rumpfseite.


 

Details der Räder.


 

Ein Cockpitteil in Nahaufnahme.


 

Angegossene Strukturen an einem Teil des Motors.


 

Das Armaturenbrett aus der Nähe.


 
 

Unter dem Strich …

 
 

PRO CONTRA
Große Fülle an Details. Einige Details, beispielsweise die Zündanlage des Motors, sind angegossen und verlieren dadurch einiges an Wirkung.
Versenkte Blechtstöße und Nieten lassen sich durch Washing gut hervorheben. Einige Schritte in der Bauanleitung, insbesondere im Hinblick auf die Innenausstattung, sind nicht zu 100% klar.
Beiliegender Ätzteilesatz lässt auch beim Bau direkt aus dem Kasten eine ausgezeichnete Detaillierung zu. Modellbauanfänger dürften mit diesem Modell überfordert sein.
Das Modell orientiert sich bis auf wenige Ausnahmen in den Details sehr eng am Original.  
Insgesamt hochwertige Verarbeitung und Anmutung des Bausatzes, woraus ein ausgezeichnete Preis-/Leistungsverhältnis resultiert.  

Eigentlich wollte ich mir keine Bf 109 zulegen, denn ich glaube, in meinem Modellbauerleben habe ich genug davon gebaut. Um meine deutsche „Luftflotte“ im Maßstab 1/32 zu komplettieren, gehört dieses Modell aber einfach dazu. Und damit ich nicht wieder – wie seinerzeit mit einem Airfix-Bausatz – zu einer „Gurke“ greife, habe ich mich diesmal für einen Bausatz von Trumpeter entschieden. Dem ersten Eindruck nach war diese Entscheidung sehr gut.

Bestätigung hierfür gibt es auch von anderer Seite. So hat sich Modellbaukollege Ray Peterson beispielsweise die Arbeit gemacht, gleich fünf Bausätze der Bf 109E von fünf verschiedenen Herstellern (Hasegawa, Matchbox, Eduard, Trumpeter, Cyber-Hobby) im Detail untereinander sowie mit dem Original zu vergleichen. Hierfür hat Ray einen nicht unerheblichen Aufwand betrieben. Der hier beschriebenen Trumpeter-Bausatz hatte in diesem Vergleich die Nase vorne. Er ist zwar nicht perfekt, kommt dem Original aber doch sehr nahe. Wer sich den Vergleich (in englischer Sprache) selbst durchlesen möchte: Teil 1 und Teil 2.

Wer den Bausatz darüber hinaus noch aufrüsten möchte, der findet im Handel eine Menge Zubehör und Zurüstteile, die noch verbaut werden können oder mit denen sich kleine Ungenauigkeiten ausbessern lassen.

Was die Vorbildtreue angeht, scheint dieser Bausatz ebenfalls sehr gut gelungen. Wie zu lesen ist, gibt es wohl winzige Abweichungen im Bugbereich und auch alle Blechstöße scheinen nur zu 99% akkurat zu sein. Wenn überhaupt, dann dürfte dies aber nur absoluten Kennern des Originals mit bloßem Auge auffallen.

That’s all, folks!

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