1/48 Airfix BAC TSR.2

Das Cover-Artwork des Kartons

1/48 Airfix BAC TSR.2

mit zugekauften Aufmotzteilen von Eduard und CMK


Hersteller: Airfix
Erscheinungsjahr: 2005/2006
Hersteller-Bestellnummer: 10105
Länge: 545 Millimeter
Spannweite: 235 Millimeter
Bauteile: 171 (Herstellerangabe)
Kaufpreis: 34,99 Euro (Internet-Versandhandel, Stand Juni 2011)

Zur Geschichte des Vogels:

In den 1960er Jahren suchte die britische Air Force nach einem Nachfolger für die English Electric Canberra. Die British Aircraft Corporation (BAC) hob hierfür das Projekt TSR.2 (Tactical Fighter und Reconnaissance 2) aus der Taufe.

 

Gebaut wurden drei Prototypen (XR219, XR220 und XR222). Alle drei Maschinen verfügten über für die damalige Zeit sehr fortschrittliche Technik und erzielten herausragende Flugleistungen, die von den Testpiloten durchweg gelobt wurden. Zeitweilig war die TSR.2 sogar als Ersatz für den Lockheed F-104 Starfighter im Gespräch, doch diese Rolle übernahm später schließlich der Panavia Tornado ID/S.

 

Die TSR.2 konnte sich auch in ihrer eigentlichen Rolle nicht durchsetzen. Ursprünglich dafür vorgesehen, im Bedarfsfall auch als Atombomber eingesetzt zu werden, wurde die TSR.2 eiskalt von der damals aufkommenden Polaris-Rakete verdrängt. Als die britische Regierung schließlich erkannte, dass dies auch nicht der richtige Schritt gewesen war, wurde das TSR.2-Projekt jedoch nicht mehr aufgegriffen. Stattdessen wurde die Blackburn Buccaneer beschafft.

 

Der Prototyp XR219 wurde verschrottet. Der Prototyp XR220 kann heute noch auf dem Militärflugplatz RAF Cosford, Shropshire besichtigt werden. Der Prototyp XR222 ist im Imperial War Museum in Duxford, Cambridge zu sehen.

 

Alle Informationen habe ich dem entsprechenden Wikipedia-Artikel entnommen.

 

Der Packungsinhalt:

Der Baukasten enthält Bauteile und Decals für ein Modell. Beim Zusammenbau kann man sich für einen der drei Prototypen entscheiden – diese unterscheiden sich nur hinsichtlich der Beschriftung. Hier zunächst ein Überblick über die einzelnen Gießäste (zum Vergrößern einfach auf die Bilder klicken):

Details und Anmerkungen:

Die Cockpitwanne mit den Instrumenten in den Seitenteilen.

Wie ein näherer Blick auf die Teile zeigt, ist die Detaillierung recht anständig ausgefallen. Die Cockpitteile weisen viele Details auf, insbesondere hinsichtlich der Verkabelung und der Bedienelemente. Die Rundinstrumente der Armaturenbretter hingegen sind reichlich spärlich ausgefallen. Dass dies besser geht, zeigt beispielsweise der im Baubericht besprochene Bausatz 1/48 Heller Republic F-84F. Dennoch gibt es eigentlich keinen Grund zum Meckern, denn schließlich habe ich ja noch den Eduard-Ätzteilesatz in der Hinterhand, mit dem sich die Instrumente herrlich aufjazzen lassen. Dazu aber später mehr.
 
 


 
 
Weit weniger überzeugend kommt die Detaillierung des Rumpfes daher. Airfix hat zwar ordentlich geklotzt, was versenkte Blechstöße angeht, doch unter dem Strich können diese nicht zu 100% überzeugen, weil sie stellenweise sehr grobschlächtig für ein Modell vom doch eher feinen Maßstab 1/48 daher kommen. Andererseits sollte ich hier auch nicht päpstlicher sein als Herr Zimmermann, denn zumindest für ein anständiges Washing bieten diese Gravuren durchaus eine Steilvorlage:
 
 

Vertiefte Blechstöße auf dem gesamten Rumpf sowie den Tragflächen.


 
 
Dass es sehr viel besser geht, zeigt Airfix bei der Detaillierung der Fahrwerksschächte und des Laderaumes:


 
 
Lediglich bei den Details des Fahrwerksschachtes für das Bugrad schwächelt der Bausatz ein wenig. Hierfür hält CMK einen gesonderten Detailsatz bereit, doch ich war – offen gestanden – nicht bereit, diese 10 Euro auch noch zu berappen; zumindest nicht für ein Teil, dem später ohnehin kaum noch Aufmerksamkeit zukommen wird.
 
 

 
 
Die Räder hingegen wissen durchaus zu überzeugen. Damit lässt sich einiges anfangen. Und auch die Fahrwerksbeine sind nicht ganz so übel ausgefallen. Hier muss ich allerdings noch prüfen, wie es beim Original aussieht. Im schlimmsten Fall müssen noch einige Strippen gezogen werden. Sehr erfreulich: Die leider sehr ausgeprägten Auswerfermarken liegen durchweg nicht im Sichtbereich, sondern an den Klebeflächen.
 
 

Die Nachbrennerringe in den Triebwerken - inklusive Auswerfernmarken. Na ja ...


 
 
Was den Triebwerksbereich angeht: Hier gibt es leider kaum optische Highlights. Die Turbinenauslässe liegen komplett hinter Verkleidungen. Die Auswerfermarken an den Nachbrennerringen lassen sich zukleistern und liegen später auch noch recht tief im Rumpf. Hier lässt sich also leider nicht allzu viel zaubern. Auch die Innenseiten der Triebwerke verfügen über keine nennenswerte Struktur, die man herausarbeiten könnte.
 
 

Eigentlich nett strukturierte Seitenteile des Pilotensitzes.


 
 
Was allerdings noch eine Erwähnung verdient: Die Sitze der Besatzung. Auf den ersten Blick machen die Seitenteile einen sehr guten Eindruck. An dieser Stelle beginnt man sich schon zu fragen, weswegen man überhaupt noch die 10 Euro für die CMK-Sitze investiert hat. Mit einem ordentlichen Schluck Farbe und ein wenig Washing sollte es doch möglich sein, daraus etwas Anständiges zu produzieren. Doch dann sieht man das hier:
 
 

Die Rechtfertigung für den Einsatz der CMK-Sitze: Die Sitzflächen der Schleudersitze.


 
 
Nun, damit ist der Einsatz der CMK-Sitze eindeutig gerechtfertigt, denn diese Sitzflächen sind wirklich gnadenlos grottig! Aber halt, ganz so voreilig möchte ich nicht sein. Schließlich liegen dem Bausatz noch zwei Pilotenfiguren bei, die eigentlich auf diesen Sitzen Platz nehmen sollen. Wer das Modell allerdings ohne die beiden Figuren bauen möchte (so, wie ich das auch plane), der ist mit Teilen vom Zubehörmarkt eindeutig besser bedient!
 
 

Ein kurzes Fazit:

Der erste Eindruck von diesem Bausatz ist kein schlechter – auch wenn ich bei Airfix grundsätzlich schon immer leichte Zukungen habe. Wenn ich allerdings vergleiche, was Revell gerade bei den neuen Bausatzformen allein im 1/72-Bereich veranstaltet, dann muss ich offen sagen: Airfix kann einpacken!

Bei der TSR.2 drohen zwar keine allzu heftigen Spachtelorgien wegen Auswerfermarken und es sich auch keine Fischhäte vorhanden, doch die Detaillierung gestaltet sich angesichts der heutigen Möglichkeiten doch ziemlich durchwachsen.

Nun weiß ich, dass es von Airfix noch einen zweiten TSR.2-Bausatz gibt, der allerdings im Maßstab 1/72 angeboten wird. Ich bin ein klein wenig versucht, eine Wette anzubieten: Wetten, man kann den Bauplan des hier vorgestellten Bausatzes auch auf den im Maßstab 1/72 anwenden? Für mich wirkt das ganze Ding nämlich, als sei ein recht gut detaillierter 1/72-Bausatz schlicht und ergreifend hochskaliert worden.

Aber nichts desto trotz: Die TSR.2 ist ein außergewöhnliches Flugzeug und der Bausatz weist imposante Abmessungen auf. Mit den Zurüstteilen sollte es also ohne Weiteres machbar sein, aus diesem Ding einen richtig schönen Hingucker zu machen.

Der Eduard-Ätzteilesatz für das Cockpit:

 
 

Der Eduard-Fotoätzteilesatz für die Cockpitinstrumente.


 
 

Hersteller: Eduard
Erscheinungsjahr: 2009
Hersteller-Bestellnummer: FE 436 + 49 436
Bauteile: 25
Kaufpreis: 9,99 Euro (Internet-Versandhandel, Stand Juni 2011)

 
 

Selbstklebende Teile für die Armaturenbretter, die Instrumentenboards in den Seitenteilen und verschiedene Hebel. Alle Teile sind farbig bedruckt und weisen hochfeine Strukturen auf. Außerdem gibt es einen Bauanleitung, in der die Montage aller Teile Schritt für Schritt erklärt wird.
 
 

Die CMK-Schleudersitze:

 
 

Einer von zwei CMK-Schleudersitzen, die als Set erhältlich sind.


 
 

Hersteller: Czech Master Kits (CMK)
Erscheinungsjahr: 2009
Hersteller-Bestellnummer: Q 48080
Bauteile: 2
Kaufpreis: 9,99 Euro (Internet-Versandhandel, Stand Juni 2011)

 
 

Die Verpackung beinhaltet zwei Schleudersitze. Wie das Foto schon zeigt, sind die Teile hochfein detailliert. Alle Details (Gurte, Leitungen, Abzug für den Schleudersitz) sind angegossen, deutlich erhaben und lassen sich mit Sicherheit famos bemalen.
 
 

That’s all, folks!

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