1/48 ICM LaGG-3 Series 1-4

1/48 ICM LaGG-3 Series 1-4

LaGG-3-001

Hersteller: ICM
Erscheinungsjahr: Nicht genau zu ermitteln. Bei verschiedenen Händlern tauchte der Bausatz 2008 erstmals auf. Ansonsten keine weiteren Hinweise.
Hersteller-Bestellnummer: 48091
Länge: 184 Millimeter
Spannweite/Breite: 204 Millimeter
Anzahl der Bauteile: 67 (Herstellerangabe)
Kaufpreis: 12,99 Euro (Stand September 2014, Ebay)

 
 

Was hat es mit diesem Flugzeug auf sich …

 
 
… und wie kommt der Henning auf die Idee, so einen eher unscheinbaren Russenflieger zu bauen?

Zunächst: Bei der Lawotschkin-Gorbunow-Gudkow LaGG-3 handelte es sich um ein russisches Jagdflugzeug, das im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kam. Der Erstflug fand am 14. Juni 1940 statt. Zwischen 1941 und 1944 wurden mehr als 6500 LaGG-3 gebaut. Offenbar ein recht gutes und robustes, wenn auch arg untermotorisiertes Flugzeug. Über die technischen Daten möchte ich mich an dieser Stelle gar nicht weiter auslassen – diese sind auf Wikipedia sehr gut ausgeführt und können dort nachgelesen werden: LaGG-3 auf Wikipedia

Viel interessanter ist sicherlich, wie ich darauf gekommen bin, mir ausgerechnet diesen Bausatz zu beschaffen. Nun, das war so: Vor einiger Zeit entdeckte ich das Spiel „War Thunder“ des russischen Publishers Gaijin Entertainment für mich. Herrliche Mehrspielergefechte im Arcade-Stil mit Flugzeugen aus der Zeit von 1930 bis 1950. Natürlich züchtete ich mir anfangs eine Reihe deutscher Mannschaften und Flugzeuge heran, doch ich wurde immer wieder insbesondere von russischen Maschinen zusammengebügelt. Wie ich dann nach einer Weile im offiziellen Forum zum Spiel nachlesen konnte, verfügen die russischen Maschinen in War Thunder offenbar über heftige Flugeigenschaften (wen wundert’s, bei einem russischen Publisher?). Das musste ich natürlich gleich ausprobieren – schließlich trete ich ja an, um zu gewinnen. Wie ich rasch feststellen musste, waren die Berichte im Forum etwas übertrieben. Die russischen Maschinen sind zwar gerade in den niedrigen Levels sehr gut, doch es sind bei Weitem keine X-Wings.

Aber zurück zur LaGG-3: Irgendwann fiel mir auf, dass es sich dabei um einen richtig hübschen Flieger handelt. Der Publisher hat die Maschine auch schön in Szene gesetzt und dabei sogar Wert auf exakte Details gelegt. Hier einige Impressionen aus dem Spiel:

So kam ich zu dem Entschluss, mir einen Bausatz von der LaGG-3 zu beschaffen, um damit den Grundstein zu einer kleinen War-Thunder-Sammlung zu legen. Dummerweise griff ich dabei fürchterlich daneben und erwischte eine LaGG-3 Serie 1-4. Um nahe beim Spiel zu bleiben, hätte ich jedoch eine Maschine aus den Serien 8 oder 11 beschaffen müssen, was sogar machbar gewesen wäre, denn ICM bietet entsprechende Modelle an. Aber gut, es handelt sich immerhin um eine LaGG-3. Ich glaube, ich hatte schon auf der Startseite meiner Website erwähnt, dass ich nicht päpstlicher bin als der Papst, gelle?
 
 

Der Baukasten:

 
 
Ich muss zugeben: Ich hatte noch nie ein Modell von ICM in der Mache. Als ich den Baukasten nun aus dem wattierten Briefumschlag zog (mit den Abmessungen 260 Millimeter x 190 Millimeter x 35 Millimeter ist der Kasten wirklich sehr kompakt und passte bequem in einen C4-Umschlag) machte ich zunächst einmal ein dummes Gesicht, denn wirklich hochwertig wirkte der kleine Karton nicht. Dann sah ich die Anschrift des Herstellers, irgendwo in der Ukraine. Na, herzlichen Glückwunsch, dachte ich mir. Einen Overkill an Informationen, wie es beispielsweise bei Revell der Fall ist, bietet der Kasten auch nicht.

LaGG-3-002

Ich fragte mich, was da wohl herauskommen würde. Um die Frage umgehend zu beantworten, machte ich den Kasten einfach kurzerhand auf und erblickte dieses hier:

LaGG-3-003

Das sah auf den ersten Blick doch gar nicht schlecht aus. Alles sehr aufgeräumt, übersichtlich und gut verpackt. Auch bei näherer Betrachtung gab sich der Bausatz keine Blöße. Kein einziges fliegendes Teil, das in der Tüte herumklickerte. Damit war das erste Misstrauen schon einmal überwunden.
 
 

Arg wenig Papier:

 
 
Im Baukasten sind nur drei Schriftstücke enthalten. Da wäre zunächst einmal der Decalbogen, der einerseits zwar Decals für vier Versionen beinhaltet, dabei allerdings auch hinsichtlich des Umfanges sehr überschaubar ausgefallen ist. Wartungs- oder Warnhinweise sucht man vergebens. Es gibt nur die wichtigsten Markierungen – diese aber ohne Versatz.

Die Bauanleitung ist ebenfalls sehr übersichtlich. Es handelt sich lediglich um ein einmal gefaltetes, sehr labberiges A4-Blatt, auf dem aber alles zu sehen ist, was man wissen muss, um das Modell zusammenzubauen:

Wie ich gerade sehe, habe ich völlig vergessen, ein Foto von der ersten Seite zu machen. Nicht uninteressant: Auf dieser ersten Seite sind noch einmal die Gießäste dargestellt und die Teile entsprechend nummeriert. Das wird später noch wichtig.

Auf der letzten Seite sind dann die Farben mit Model Master Codes angegeben. Ich denke, das kann man auf dem Foto recht gut erkennen. Deswegen verzichte ich darauf, die ganzen Codes und Bezeichnungen noch einmal aufzulisten.

Last but not least dann die Bemalungsanleitung, ebenfalls extrem labberig, die einen Überblick über die vier darstellbaren Versionen des Fliegers gibt:

So richtig interessant finde ich dabei die letzte Variante mit der fleckigen Lackierung. Ich tendiere allerdings dazu, völlig aus den vorgegebenen Schemata auszubrechen und stattdessen die weiße Lackierung aus dem Spiel zu übernehmen, wobei ich auch die Gebrauchsspuren entsprechend umsetzen werde.

Noch ein Wort zu den Farbangaben: Diese sind in der Anleitung recht oberflächlich gehalten. Insbesondere hinsichtlich der Details im Cockpit kommt es dabei zu recht abenteuerlichen Geschichten. So werden beispielsweise Oberflächen beim Pilotensitz, die beim Original ganz offentlich aus Leder bestehen, in der Anleitung einfach mit der Farbe Schwarz beschrieben. Das ist natürlich alles andere als optimal. Auf die Detailbemalung wird generell überhaupt nicht eingegangen.
 
 

Die Bauteile:

 
 
Die Bauteile kommen an fünf Gießästen daher, wovon der Gießast für die Klarsichtteile separat verpackt ist:

LaGG-3-010

Sämtliche Teile machen einen sehr ordentlichen Eindruck. Es gibt nur minimale Fischhäute und keine übermäßige Gratbildung. Konturen und Blechstöße sind versenkt dargestellt und sehr sauber herausgearbeitet. Soweit ich im Rahmen der Sichtprüfung sehen konnte, liegen die Auswerfermarken weitgehend außerhalb des Sichtbereiches oder so versteckt im Cockpit, dass sie später nicht mehr wahrgenommen werden.

Was mir etwas störend auffällt, sind die fehlenden Teilenummern an den Gießästen. Damit kriege ich nun auch wieder die Kurve zu der Teilenummerierung in der Bauanleitung, die ich weiter oben schon angesprochen habe. Ohne die Anleitung geht nichts – oder zumindest nicht viel. Natürlich sollte man die Anleitung immer zur Hand haben und befolgen, aber es stört mich dennoch ein klein wenig.

Eine zweite Sache, die auffällt: An den Gießästen sind etliche Teile vorhanden, die zu anderen Versionen der LaGG-3 gehören und später überhaupt nicht benötigt werden. Möglicherweise sind es genau die Teile, die für die Serien 8-11 benötigt werden, wer weiß? Das ließe sich sicherlich herausfinden, doch habe ich nicht schonmal irgendwo erwähnt, dass ich nicht päpstlicher bin als der Papst? Mir ist wichtig, dass der Flieger später genau so aussieht wie der aus dem Spiel.

Ebenfalls gewöhnungsbedürftig: Die Teile verfügen über keinerlei „Führungen“. Andere Hersteller versehen gerade größere Teile mit kleinen Zapfen auf der einen und Aussparungen auf der anderen Seite, die dann zusammenpassen. Bei ICM gibt es das nicht. Man sollte daher beim Zusammenbau keinen Kleber benutzen, der keine Korrekturen mehr erlaubt, denn es ist sicherlich ein wenig Geschiebe notwendig, um Teile wie z. B. die Rumpfhälften exakt zur Deckung zu bringen.
 
 

Die Details:

 
 
Bei den Details klotzt ICM so richtig. Es fängt schon bei den gut betonten Oberflächenstrukturen an:

LaGG-3-012

Auch das Fahrwerk kommt mit einer Fülle von Details daher – wobei die Räder leider kein bisschen abgeflacht sind:

LaGG-3-015

Da die Teile aber aus einem Guss bestehen, wird es kein Problem sein, sie ein wenig zu erhitzen und anschließend in Form zu bringen.

Kleinteile sind auch massig vorhanden. Damit lassen sich genügend Details herausarbeiten, ohne gleich auf Fotoätzteile zurückgreifen zu müssen:

Alles in allem empfinde ich die Detaillierung als absolut ausreichend, um das Modell direkt aus dem Kasten zu bauen.
 
 

„Da“ oder „Njet“?

 
 

DA! NJET!
Die Bauteile machen einen hochwertigen Eindruck und sind sehr sauber produziert. Der Kasten sieht schrottig aus (was sind wir heute wieder sachlich!)
Sehr feine Detaillierung. Viele fragile Kleinteile; Anfänger dürften bei diesem Bausatz recht schnell an ihre Grenzen kommen.
Man kann gleich zwischen vier unterschiedlichen Versionen wählen. Leider sind nur wenige Decals vorhanden. Nur die wichtigsten Markierungen sind enthalten.
Der Bauplan ist sehr übersichtlich und kompakt gestaltet. Leider sind nicht alle Farbangaben vorhanden, wo sie eigentlich notwendig wären. Darüber hinaus stört mich das Fehlen der Teilenummern an den Gießästen.

Mein vorläufiges Fazit sieht so aus: Wenn der ganze Kram jetzt auch noch so gut zusammenpasst wie er aussieht, dann ist dieses Modell ein absoluter kleiner Hit! Was die zusammengetackerte Schachtel mit ihrer Schrottigkeit anrichtet, das bügelt der Inhalt zumindest bis zu diesem Punkt hier locker wieder aus. Man könnte vielleicht noch bedauernd hinzufügen, dass keine Pilotenfigur vorhanden ist, doch die bekommt man ja problemlos – gerne auch mal gleich im Zehnerpack. Und wenn man sich die wirklich hochwertig wirkenden Teile anschaut, dann muss man sich unbedingt vor Augen halten: Das Ding hat noch keine 13 Euro gekostet. Und das, verehrte Menschinnen und Menschen, ist wirklich aller Ehren wert!

Ein kleines Update während des Zusammenbaus:

  • Während des Zusammenbaus finden sich immer häufiger kleine, versteckte Fischhäute. Diese sind aber tatsächlich so klein und so dünn, dass sie nicht weiter ins Gewicht fallen.
  • Die Passgenauigkeit ist durchwachsen. Verschiedene Teile passen schlichtweg perfekt, wie beispielsweise die Tragflächen. Der Rumpf hingegen kann nur unter Spannung verklebt werden und benötigt eine Menge Spachtelmasse (was man bei diesem kleinen Fliegerchen so als „Menge“ bezeichnen kann).
  • Die Decals sind extrem brüchig. Alleine das Decal für die Instrumente am Armaturenbrett löste sich beinahe sofort in mehrere Teile auf. Bei den Rumpfmarkierungen werde ich wohl einen Schuss Essig ins Wasser geben. Sollte das nicht helfen, dann muss ich auf selbst gedruckte Decals zurückgreifen.
  • Das Plastik ist genau richtig – nicht zu weich und nicht zu hart. Es lässt sich bestens bearbeiten, ohne gleich massenweise Schmirgelpapier einsetzen zu müssen. Hier und dort ist es allerdings etwas spröde, daher muss man gerade bei Kleinstteilen aufpassen, um nichts zu zerbrechen.
  • Unschärfen bei der Bauanleitung: Aus den Zeichnungen geht die Platzierung von bislang mindestens einem Teil nicht eindeutig hervor. Bringt man es so an, wie in der Bauanleitung beschrieben, dann macht es die spätere Montage anderer Teile unmöglich. Hier bleibt nur, Fotos des Originals im Internet zu suchen und dort nachzuschauen, wie es später einmal aussehen soll. Den Rest muss man sich dann zusammenreimen.

Dies sind natürlich nur einige spontan notierte Vorabinfos. Ausführliche Informationen wird es im Baubericht geben – sofern ich einen verfasse, versteht sich. Ansonsten werde ich im Rahmen der Fotogalerie noch einige Worte verlieren.

That’s all, folks!

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