1/72 Revell Heinkel He115 B/C Seaplane

Abb. 1: Der Baukasten.

1/72 Revell
 
Heinkel He115 B/C
 
Seaplane


 
 
Tab.1: Daten des Modellbausatzes:

Hersteller: Revell/Matchbox
Erscheinungsjahr: 2012 (Revell) / 1975 (Matchbox)
Hersteller-Bestellnummer: 04276 (Revell) / PK-401 (Matchbox)
Länge: 243 Millimeter
Spannweite: 310 Millimeter
Bauteile: 59 (Herstellerangabe Revell)
Kaufpreis: 15,00 Euro (UPE Revell, Stand 08/2012)

 
 

Etwas Hüstorisches zur Heinkel He115:

 
 
Sehr viel gibt es zur Heinkel He115 leider nicht zu berichten, denn diesem Flugzeug war keine große Karriere beschieden.

Nach ihrem Erstflug im August 1937 konnte die Heinkel He115 in ihren Vorserienversionen immerhin 8 Weltrekorde für sich verbuchen. Ein neunter Langstreckenrekord fiel wegen eines Motorschadens buchstäblich ins Wasser, doch sowohl die Maschine als auch die Piloten konnten unversehrt (bis auf den defekten Motor) geborgen werden.

Im Laufe des Zweiten Weltkrieges sollte die Heinkel He115 dann in unterschiedlichen Rollen eingesetzt werden: Als Aufklärer, als Minenleger, als Torpedobomber oder als Bomber. Sie taugte jedoch nur als Aufklärer etwas – und selbst in dieser Rolle konnte sie nicht überzeugen. Das gesamte Flugzeugkonzept war schlichtweg überhaupt nicht für den Kriegseinsatz geeignet. Daher wurde die Serienproduktion, die im Dezember 1938 gestartet war, bereits im Juli 1940 wieder eingestellt. Insgesamt waren lediglich 223 Maschinen produziert worden.

Tab.2: Die technischen Daten der Heinkel He115:

Spannweite: 22,275 Meter
Länge Rumpf: 17,30 Meter
Triebwerke: 2 x BMW 132 K, 532 kW Dauerleistung
Reisegeschwindigkeit: 275 km/h
Dienstgipfelhöhe: 5200 Meter
Bordwaffen: 2 – 4 MG 15, teilw. 1 MG 151/15 unter dem Bug
Abwurfwaffen: Bomben, Lufttorpedos, Luftminen
Besatzung: 3 Mann

 
 

Der Baukasten:

 
 
Der Bausatz kommt in einem sehr kompakten Kasten mit den Abmessungen 350 Millimeter x 210 Millimeter x 40 Millimeter (Länge x Breite x Höhe) daher. Das Titelbild zeigt eine Maschine im Flug (siehe Abb.1).

Abb.2: Fotos des Prototyp-Modells an der Seite des Baukastens.

An den Seiten des Baukastens sind die bei Revell üblichen Elemente zu sehen: Vier Fotos eines oob-gebauten Prototypmodells, einige Hinweise zum Bausatz, eine Übersicht über die wichtigsten Farben sowie ein kurzer geschichtlicher Abriss über die Heinkel He115.

Abb.3: Der Packungsinhalt nach dem ersten Öffnen des Baukastens.

Der Inhalt des Baukastens präsentiert sich sehr aufgeräumt und übersichtlich. Neben einer mit Klebestreifen verschlossenen Tüte mit Teilen sind die Bauanleitung, der Decalbogen und der übliche Flyer mit Warnhinweisen vorhanden.
 
 

Lesestoff:

 
 

Abb.4: Die Bauanleitung.

Die Bauanleitung im DIN-A4-Format zeigt auf ihrer ersten Seite ein Schwarzweißfoto des Prototyp-Bausatzes. Außerdem gibt es einen geschichtlichen Überblick über die Heinkel He115 sowie eine Auflistung der technischen Daten – sowohl in Deutsch als auch in Englisch. Interessant: Währen Quellen im Internet das Produktionsende der Heinkel He115 auf Juli 1940 datieren, nennt Revell als Produktionsende den August 1940. Ich habe keine weitere Zeit darauf verwendet, das tatsächliche Produktionsende herauszufinden, denn offen gestanden interessiert mich dieses Datum einen feuchten Kehricht!

Viel interessanter ist die Bauanleitung, obwohl Seite 2 und Seite 3 eher überblättert werden. Dort befinden sich nämlich die Sicherheitshinweise sowie die Erklärung der unterschiedlichen Symbole. Erst Seite 4 sollte wieder genauer betrachtet werden, denn dort sind die 15 Farben aufgelistet, die für den Bausatz benötigt werden. Hier die Übersicht im Revell-Farbnummernsystem:

  • 90% Mausgrau, matt 47 + 10% Helloliv, matt 45
  • Hellblau, matt 49
  • 90% Dunkelgrün, matt 39 + 10% Gelb, matt 15
  • Schwarzgrün, matt 40
  • Anthrazit, matt 9
  • Gelb, matt 15
  • Karminrot, matt 36
  • 75% Eisen, metallic 91 + 25% Anthrazit, matt 9
  • Hellgrau, seidenmatt 371
  • Eisen, metallic 91
  • Hautfarbe, matt 35
  • Erde dunkel, matt 82
  • Blau, matt 56
  • Weiß, matt 5
  • Helloliv, matt 45

Danach folgt auf Seite 5 noch ein kleiner Überblick über die Anordnung der Bauteile an den einzelnen Gießästen, dann startet die Beschreibung des Zusammenbaus. Diese reicht über 25 Bilder auf 3 Seiten. Die Abbildungen 26 und 27, die jeweils eine komplette Seite für sich in Anspruch nehmen, zeigen dann die Bemalung sowie die Anordnung der Decals. Gebaut werden können zwei Versionen der Heinkel He115:

  • Heinkel He115 C-1 1./ Küsten-Fliegergruppe 106, Cherbourg, Frankreich 1941
  • Heinkel He115 B-1 1./ Küsten-Fliegerbruppe 406, Norwegen, Oktober 1941

Hier die Decals im Überblick:

Abb.5: Die Decals.


 
 

Die Bauteile:

 
 
Die 59 Bauteile des Bausatzes sind an insgesamt 4 Gießästen angeordnet. Drei davon sind aus hellgrauem, undurchsichtigen Plastik gegossen, einer trägt die Klarsichtteile. Hier ein Überblick:

Abb.6: Der erste Gießast.

Am ersten Gießast sind die Oberseiten der Tragflächen sowie des Höhenleitwerks zu finden. Weiterhin sind hier zwei MG 15 untergebracht. Dazu gibt es noch die Streben der Schwimmer, verschiedene Stützstreben sowie die Abdeckungen der beiden Motoren.

Abb.7: Der zweite Gießast.

Gießast Nummer 2 beherbert die Unterseiten der Tragflächen sowie des Höhenleitwerks. Außerdem ist hier das gesamte Cockpit untergebracht: Der Boden sowie die beiden Sitze. Dazu gibt es noch den Antennenmast, weitere Stützstreben und die Spinner der beiden Propeller.

Abb.8: Der dritte Gießast.

Der dritte Gießast wird von den beiden Rumpfhälften sowie von den Teilen der beiden Schwimmer dominiert. Weiterhin befinden sich hier die Motoren, die Propeller, die Auspuffrohre und verschiedene Kleinteile des Höhenleitwerks. Erwähnt werden müssen natürlich auch die drei Besatzungsmitglieder, die ein Teil dieses Gießastes sind.

Abb.9: Die Klarsichtteile.

Am vierten und letzten Gießast sind nun schließlich die Klarsichtteile zu finden. Wegen der großen Kabinenhaube und des weitgehend komplett verglasten Bug der Heinkel He115 sind diese recht umfangreich ausgefallen.
 
 

Näher hingeschaut – die Details:

 
 

Abb.10: Die Bordwaffen.

Immer, wenn ich einen ehemaligen Matchbox-Bausatz in die Hände bekomme, fallen mir zwei Dinge auf: Einerseits sehr glatte Oberflächen mit stellenweise ausgeprägten, stellenweise aber komplett fehlenden Gravuren und andererseits stellenweise sehr gut ausgearbeitete und stellenweise komplett fehlende Details. Ein gute Beispiel hierfür sind die Bordwaffen, die sauber ausgeformt sind. Selbst die Abzugsbügel sind zu erkennen.

Abb.11: Gravuren an den Tragflächen.

Ein gutes Beispiel für glatte Flächen mit einigen markanten Gravuren sind die Tragfächen. Hier sind Querruder und Landeklappen deutlich betont, doch darüber hinaus ist nur wenig Struktur zu sehen. Tankdeckel und Wartungsklappen fehlen völlig.

Abb.12: Die Sitze.

Ein Beispiel für komplett fehlende Details sind die beiden Sitze der Besatzung. Hier gibt es überhaupt keine Konturen. Es handelt sich lediglich um zwei L-förmige Plastikteile. Irgendwelche Charakteristika oder gar Gurte sucht man vergebens.

Abb.13: Die Pilotenfiguren.

Reichlich üppig detailliert kommen hingegen die Pilotenfiguren daher – ebenfalls ein Phänomen, das ich bei Matchbox des öfteren beobachten konnte: Auch wenn sonstige Details völlig fehlen – die Piloten sind stets „state of the art“.

Abb.14: Ein Motor im Detail.

Die Details der Motoren sind nur angedeutet, doch vor dem Hintergrund, dass die Motorhauben nur geschlossen dargestellt werden können, geht dies im Grunde in Ordnung. Die Teile zeigen alles, was später auch beim fertigen Modell noch zu sehen sein wird.

Abb.15: Die Kabinenhaube im Detail.

Zuletzt noch ein Blick auf die Klarsichtteile: Hier sind alle Verstrebungen sauber ausgeführt und deutlich hervorgehoben. Wer sein Modell mit Sprühpistole lackiert, der wird viel Spaß beim Abkleben bekommen. Wer mit dem Pinsel arbeitet, der benötigt eine sehr, sehr ruhige Hand und eine Menge Geduld.
 
 

Für und Wider

 
 




FÜR WIDER
Für Anfänger geeigneter Bausatz mit nicht allzu vielen, großzügig dimensionierten Teilen. Cockpit nur angedeutet – Instrumente oder Bedienelemente fehlen komplett.
Deutliche Rumfpstrukturen, wie geschaffen für eine Betonung durch Washing. Leider nur sehr wenige dieser Rumpfstrukturen. Keine Wartungsklappen oder ähnliches.
Sehr wertig anmutende, sauber gegossene Teile. Keine Auswerfermarken in Sichtbereich, nur minimale Sinkstellen an den Rumpfhälften und eine leichte Deformierung an einer Tragfläche. Voraussichtlich mächtig fummelige Bemalung der Verglasung.

Um mein Fazit in einem Satz zusammenzufassen: Dieser Bausatz geht für mich absolut in Ordnung!

Revell macht sowohl auf der Verpackung als auch im Onlineshop deutlich, dass es sich um eine historische Bausatzform aus dem Hause Matchbox handelt. Wer hinsichtlich der Modellbauerei nicht ganz unbeleckt ist, der sollte aus diesem Hinweis bereits schließen können, womit er es zu tun hat. Dabei muss ich allerdings erwähnen, dass es sich bei der Heinkel He115 um einen Matchbox-Kit handelt, der auf den ersten Blick einen weitaus positiveren Eindruck hinterlässt, als es beispielweise bei der 1/72 Revell/Matchbox PB4 Privateer der Fall war. Bei der PB4 war bereits beim Durchsehen der Bauanleitung klar, dass es an bestimmten Punkten zu massiven Problemen mit der Passgenauigkeit kommen wird. Solche Stolperfallen sind für mich bei der Heinkel He115 nicht ersichtlich. Von nahezu jeder Flugzeugkomponente gibt es hier zwei Hälften, die zusammengeklebt werden müssen – das sollte kein größeres Problem darstellen.

Ein Minuspunkt ist natürlich die Detaillierung. Das Cockpit fehlt weitgehend komplett und auch alle anderen Details und Strukturen sind nicht gerade dazu geeignet, den anspruchsvollen Modellbauer aus den Latschen zu hauen. Doch man bedenke: Es handelt sich um eine Bausatzform von 1975. Außerdem kostet der Baukasten gerade einmal 15,00 Euro. Und um noch ein drittes Argument zu bringen, das für diesen Bausatz spricht: Alles, was später auf den ersten Blick zu sehen sein wird, ist anständig herausgearbeitet. Darüber hinaus hat Revell dem Bausatz einen anständigen Decalbogen spendiert. Auch wenn viele Wartungskläppchen oder Tankdeckelchen nicht eingraviert oder angeformt sind – mit Wartungshinweisen wird später nicht gegeizt.

Geht man mit der Maßgabe heran, das Modell oob zu bauen, dann lädt die Heinkel He115 zum schnellen Loslegen ein. Durch die überschaubare Anzahl und die gute Qualität der Bauteile verspricht das Modell ein zügiges Vorankommen beim Zusammenbau. Lediglich die Kabinenhaube und der verglaste Bug dürfte einige Fummelarbeit in sich bergen. Ich stehe dem Bausatz in jedem Fall positiv gegenüber und freue mich darauf, bald loslegen zu können!

That’s all, folks!

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