1/32 Revell Colonial Viper

1/32 Revell Colonial Viper
 
aus der TV-Serie
 
„Kampfstern Galactica“ (1978)


 
 

Hersteller: Revell/Monogram
Erscheinungsjahr: 1978 (Monogram) / 1997 (Neufauflage von Revell)
Hersteller-Bestellnummer: 04815 (Revell)
Länge: 279 Millimeter
Spannweite: Nicht genannt & vor dem Zusammenbau nicht abmessbar.
Bauteile: 19
Kaufpreis: ab 35,00 Euro (ebay, Stand Dezember 2011)

 
 

„Kampfstern Galactica“ – die Serie:

 
 
1978 startete „Kampfstern Galactica“ – eine für damalige Verhältnisse sehr aufwändige und teure Science-Fiction-Serie, die zweifelsohne von „Krieg der Sterne“ inspiriert wurde.

Ausgangspunkt dieser Serie ist der Krieg zwischen Menschen, die über 12 Kolonien im Weltraum verteilt sind, und den Zylonen, außerirdischen Maschinenwesen. Die bösen Zylonen gehen zum Schein auf Friedensverhandlungen ein, schlagen dann jedoch aus dem Hinterhalt zu und vernichten sowohl die 12 Kolonien als auch die gesamte Weltraumflotte der Menschen. Nur ein Raumschiff überlebt: Der Kampfstern „Galactica“. Dieser macht sich mit einer Armada aus verbliebenen – meist zivilen – Raumschiffen auf dem Weg zu einer legendären 13. Kolonie der Menschen – der Erde.

Die „Galactica“ ist zwar ein ziemlicher Riesenklopper, doch sie verlässt sich nicht nur auf ihre Bordwaffen. Stattdessen führt sie eine Reihe von Raumjägern mit sich: Die Colonial Viper.

Bei der Viper handelt es sich um einen einsitzigen Abfangjäger, der hauptsächlich im Kampf gegen die Raumjäger der Zylonen eingesetzt wird. Bewaffnet ist die Viper mit zwei Turbolasern. Außerdem verfügt sie über eine Nachbrennersystem (den „Turbo“), der ihr bei Bedarf einen zusätzlichen Geschwindigkeitsschub verleiht.

Monogram hat sich in der Serie „Kampfstern Galactica“ angenommen und eine Reihe von Bausätzen auf den Markt gebracht, darunter die „Galactica“ selbst, einen Zylonen-Basisstern sowie einen Zylonen-Raumjäger. Alle Modelle sind extrem einfach gehalten und bestehen nur aus sehr wenigen Teilen. In den 90er Jahren hat Revell das Thema dann erneut aufgegriffen und die Bausätze neu aufgelegt.
 
 

Der Baukasten

 
 
Der mir vorliegende Baukasten weist bereits einige „Kampfspuren“ auf. Die Abmessungen sind eher unauffällig: 385 Millimeter x 245 Millimeter x 65 Millimeter (L x B x H). Auf dem Cover (siehe Titelbild) sind gleich zwei Viper zu sehen – gemeinsam mit dem Hinweis, dass der Kasten Teile für EIN Modell enthält.

Auf einer Seite des Kastens sind drei Bilder eines fertig zusammengebauten Modells zu sehen, bei dem eine hübsche Lackierung gelungen ist. Außerdem gibt es an den Seiten noch Hinweise zu den empfohlenen Farben, verschiedene (Sicherheits-)Hinweise in sieben Sprachen sowie eine kurze Beschreibung des Modells in vier Sprachen. Auf der Rückseite des Kastens finden sich dann Hinweise auf die weiteren Modelle der „Kampfstern Galactica“-Reihe.

Öffnet man den Kasten, dann purzelt einem ein ganzes Sammelsurium von Teilen entgegen. Das Durcheinander hält sich allerdings in Grenzen, denn ganze 19 Teile sind doch schon recht übersichtlich. Abgesehen davon wartet dieser Bausatz nicht mit feinem Detailgefitzel auf, sondern eher mit großzügig dimensionierten Teilen.
 
 

Papierkrieg im Weltraum:

 
 

Für einen Bausatz mit nur 19 Teilen kommt die Bauanleitung als imposantes Werk im Format DIN-A-4 daher. Das Titelblatt zeigt noch einmal ein Foto vom zusammengebauten Modell. Dann folgt eine kurze Beschreibung der Viper in deutscher und englischer Sprache.

Und dann folgt zunächst die Ernüchterung: 3 Seiten Sicherheitshinweise und Hinweise zum Zusammenbau – in gefühlten hundert unterschiedlichen Sprachen. Erst dann folgt der Überblick über die zu verwendenden Farben, angegeben im Revell-Farbnummernsystem:

  • Teerschwarz, matt 06
  • Panzergrau, matt 78
  • Eisen, metallic 91
  • Kupfer, metallic 93
  • 60% Grau, matt 57 + 40% Weiß, matt 05

Lustig: Den Farben sind die Buchstaben von A bis E zugeordnet. Aufgeführt sind allerdings die Buchstaben bis N. Ich vermute, man kann also die Farben F bis N nach Belieben selbst definieren.

Auf Seite 6 der Anleitung folgt dann noch ein Überblick über die Teile des Bausatzes. Dann geht es ab Seite 7 mit dem Zusammenbau los. Zwölf Abbildungen später ist dieser auf Seite 9 dann abgehandelt. Die Zeichnungen sind einfach gehalten und es gibt keinerlei Unklarheiten oder Potential für Missverständnisse.

Es folgt noch eine Seite, die sich ausschließlich mit der Platzierung der Decals befasst. Danach noch zwei leere Seiten, und das war es dann.

Die Decals sind so ausgelegt, dass sie einige Abklebearbeit sparen. Die roten Streifen an Rumpf und Tragflächen dominieren. Allerdings gibt es auch noch einige Markierungen an den Rumpfseiten, die bestenfalls noch als „comicmäßig“ bezeichnet werden können. Auf Fotos der in der Serie verwendeten Modelle sind diese Markierungen nicht zu entdecken.
 
 

Die Bauteile:

 
 

Die beiden Rumpfhälften des Modells sollen bereits gleich im ersten Bauabschnitt zusammengefügt werden. Alle Details sind angegossen und es muss später so gut wie nichts mehr hinzugefügt werden.

Am gleichen Gießast, an dem die Rumpfhälften ursprünglich befestigt waren, befinden sich noch Teile der Tragflächen, der Triebwerke, die Kabinenhaube und eine Bordwaffe. Außerdem ist hier noch der komplette Ständer vorhanden.

Beim zweiten Gießast sieht es ähnlich aus. Auf diesem Bild hat sich noch die Kabinenhaube eingeschlichen, die als „fliegendes Teil“ beiliegt und eigentlich an den zuvor genannten Gießast gehört. Aber dieser Bausatz ist ohnehin ein Sammelsurium aus fliegenden Teilen – so what?

Wer an dieser Stelle die Klarsichtteile vermisst, den muss ich enttäuschen, denn dieser Bausatz kommt völlig ohne Klarsichtteile daher.
 
 

Die Details:

 
 
Sämtliche Details sind bei diesem Bausatz komplett angegossen. Es gibt keine Kleinteile oder ähnliches.

Strukturen an der Rumpfseite.


 

Einige angeformte Details an der Triebwerkssektion


 

Auch das Innere der Triebwerke ist strukturiert.


 
 

Sekt oder Selters?

 
 

SEKT SELTERS
Ein nicht ganz alltäglicher Bausatz, der stellenweise zu horrenden Preisen gehandelt wird und um den ein echter Science-Fiction-Fan kaum herumkommt. Bei genauerer Betrachtung sind etliche Abweichungen zu den im Film eingesetzten Modellen erkennbar.
Einfacher Zusammenbau, daher auch für Anfänger geeignet. Das Cockpit fehlt komplett. Auf dem Zubehörmarkt waren entsprechende Teile erhältlich, doch diese sind derzeit nicht mehr aufzutreiben. Daher bleibt nur der Eigenbau.
Annehmbare Qualität der Teile und gute Passgenauigkeit. Man verzeihe mir die Unsachlichkeit, doch der mitgelieferte Ständer sieht ziemlich bescheuert aus.

Meine ganz persönliche und höchst subjektive Meinung: Einen tollen Bausatz hat Monogram hier in den Siebzigern nicht verbrochen, das ist sicher. Dennoch finde ich es schön, einen Bausatz zu einer TV-Serie zu haben, die hier in Deutschland etwas glücklos war, nie an den Erfolg von „Raumschiff Enterprise“ anknüpfen konnte und im Grunde nur bei Science-Fiction-Fans wie mir richtig gut ankam.

Ein echtes Ärgernis stellt allerdings das fehlende Cockpit dar. Für einen Bausatz von diesen Ausmaßen, bei dem es durch die Kabinenhaube auch noch hübsch in Szene hätte gesetzt werden können, hätte ein Cockpit für mich zur Grundausstattung gehört. Doch vermutlich war dieser Bausatz eher auf den schnellen Zusammenbau und den anschließenden Einsatz als Spielzeug ausgelegt, anstatt als Liebhaber- und Anschauungsobjekt herzuhalten. Schade.

Mein Fazit: Wer auf die alte TV-Serie steht und sich über ein nicht mehr ganz alltägliches Modell in großem Maßstab freuen kann, der sollte zugreifen. Wer allerdings Wert auf hochwertige Bausätze legt, die eine Herausforderung für den anspruchsvollen Modellbauer darstellen: Finger weg!

That’s all, folks!

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