Die Insel der Toten

Zombies! Überall Zombies! Mannomann, und dabei wäre mir diese Perle vor lauter „Elite: Dangerous“ beinahe entgangen …

Was für eine Urlaubsstimmung … wenn da nicht das Messer im Vordergrund wäre.

Momentan ist es echt eine Krux:

Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, dann wird zunächst mal zwischen einer halben Stunde und einer Stunde Sport getrieben. 6x pro Woche, kompromisslos. Dann geht’s unter die Dusche. Im Anschluss wird noch was gekocht und auch gegessen. Tja, und dann bleibt – wenn überhaupt – gerade mal ein schlankes Stündchen, in dem ich meinen Hobbys nachgehen kann. Danach schreit das Sofa nach mir und der Tag rollt allmählich aus. In diesem Stündchen sitze ich dann oft da und daddele „Elite: Dangerous“ vor mich hin. Und selbst das kommt viel zu kurz, weil ich kaum dazu komme, mich mit meinen BBfA-Kumpels ein bisschen im Teamspeak zu unterhalten. Nebenbei versuche ich dann noch, „The Witcher“ ein bisschen weiter zu spielen oder in „Just Cause 3“ irgendwas in die Luft zu jagen. So richtig in Fahrt kommt das aber alles nicht.

Und so kam es, dass mir „Dead Island“ beinahe komplett durch die Lappen gegangen wäre. Sakrileg!

Manche Challenges sind ein bisschen lustig.

Ausgerechnet einem echten Zombie-Fan wie mir muss sowas passieren! Der Titel war mir zwar schon einmal über den Weg gelaufen, aber da das Spiel nie offiziell in Deutschland erschienen war, ist es wirklich völlig an mir vorbei gezischt. Glücklicherweise basteln die Macher aber gerade an einem zweiten Teil und haben außerdem ein Mobil-Spiel rausgebracht. Dieses wiederum landete neulich in einem Bericht auf pcgames.de. Und so kam ich dann darauf, mich nach dem Original umzusehen, das ich über einen Key-Reseller dann günstig erwerben konnte. Seither bin ich im siebten Zombie-Himmel!

So ziemlich das beste Zombie-Spiel überhaupt ist für mich immer noch „Dying Light“ und dessen Mega-Addon „The Following“. Mann, hat mir das einen Spaß gemacht, Untote zu dropkicken! Und wenn man darauf steht, dann ist „Dead Island“ ein gefundenes Fressen – wenn auch nicht mit einem ganz so ausgefeilten Gameplay. Na ja, außerdem sieht es scheiße aus. Es hat eben schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. Trotzdem ist die Atmosphäre stellenweise nicht zu verachten.

Ok, die Grafik ist scheiße. Aber dafür geht es ordentlich zur Sache.

Ganz kurz zur Story: Nachdem man sich für eine von vier möglichen Spielfiguren entschieden hat (jede hat individuelle Stärken und Schwächen – ich habe mir den Muskelmann rausgesucht, der mit stumpfen Waffen gut hantieren kann), erwacht man mit einem üblen Kater in einem Hotelzimmer. Als man das Zimmer verlässt, herrscht auf dem Flur schon das Chaos. Alle Gäste scheinen die Ferienanlage fluchtartig verlassen zu haben, überall fliegen Gepäckstücke herum. Und hier und da sind Blutspritzer zu sehen.

Man stößt auf ein paar Überlebende, die sich verschanzt haben. Einer der Ihren will gerade Hilfe holen, ist aber in eine Falle gelaufen. Diesen armen Tropf gilt es nun zu befreien. Man schnappt sich also ein Paddel, geht nach draußen und gerät sofort an die ersten Zombies, denen man freundlich den Schädel eindrischt. Damit hilft man einem der Hauptcharaktere im Spiel aus der Patsche und bekommt von diesem im Anschluss allerlei Aufträge. Das langfristige Ziel: Entkommen von der Insel. Bis dahin gilt es aber zuerst einmal, eine sichere Bleibe zu finden, sich dort häuslich einzurichten, sich mit Vorräten einzudecken und ein gutes Verhältnis mit andere Überlebenden aufzubauen.

Ich werde nie wieder über Charakteranimationen lästern. Auch bei „Mass Effect Andromeda“ nicht!

Bis heute habe ich erst zwei wichtige Landmarken freigespielt, zwischen denen ich nun auch per Schnellreise hin und her switchen kann. Ich habe aber den Eindruck, da kommen noch einige mehr. Und immerhin habe ich schon meine Hauptbasis „leergespielt“, d. h. ich habe alle verfügbaren Missionen soweit abgearbeitet. Diese sind im Grunde gar nicht so wild. Gehe zu Punkt A, hole Gegenstand B und komme wieder zurück. Oder gehe zu Punkt A, hilf dort jemanden und komme wieder zurück. Alles ziemlich simpler Beschaffungskram. Eine Eskorte für eine Überlebende war auch mal dabei.

Erstaunlich ist, wie schnell die Zombies dabei richtig gefährlich werden können. Alle Waffen sind nicht allzu lange haltbar und nutzen sich ab. Außerdem hat die Spielfigur nur begrenzte Ausdauer. Geht ihr die Puste aus, dann war’s das erstmal mit Draufhauen. Hat man es dann mit gleich drei Zombies zu tun, dann kann es schon eklig werden. Selbst die Standard-Walker können einen dann schon ganz schön in die Bredouille bringen. Kriegt man es dann noch mit einem oder mehreren Infizierten, die eine schnellere und aggressivere Variante der Walker darstellen, zu tun, dann wird es richtig haarig. Und falls dann noch ein „Schläger“ im Spiel ist, dann gute Nacht Marie! Der kann nämlich richtig was wegtanken und braucht haufenweise Treffer, wobei er auch noch mächtig austeilt.

In diesem Zusammenhang übrigens kurios: Die Spielfigur regeneriert automatisch ihre Gesundheit bis zu einem gewissen Punkt. Legt man sich nun mit einem Schläger an und bekommt auf die Fresse, dann genügt diese restliche Energie, um jeweils einen Schlag des Schlägers wegzustecken. So lange man also immer nur ein einziges Pfund abbekommt, ist man für den Kerl buchstäblich unbesiegbar. Und eigene Treffer landet man immer wieder, sodass der Schläger irgendwann chancenlos im Arsch ist. „Dying Light“ hatte das eindeutig besser drauf. Wenn man sich da mit einem Rammer oder einem dieser Hammer schwingenden Typen anlegte, dann wurde es ziemlich eklig.

Aber ok, dafür konnte man in „Dying Light“ auch einen Haufen irrer Moves hinlegen und blitzschnell ausweichen. Bei „Dead Island“ geht das (bislang noch) nicht. Mal schauen, vielleicht steckt da irgendwas in den Skillbäumen, was ich freischalten muss. Wenn nicht: Auch nicht schlimm.

So ein Fahrzeug ist schon eine geile Waffe, auch wenn die Fahrphysik komplett für den Arsch ist.

Neben der Schnellreise kann man übrigens auch verschiedene Autos im Spiel benutzen. Lustig: Alles die gleichen Pickups mit den exakt gleichen Nummernschildern. In einer Mission schickt uns unser Werkstattmann los, um Ersatzteile zu beschaffen. Er verspricht uns dafür ein ganz besonderes, individuelles Fahrzeug, mit dem man angeblich richtig rumsauen kann. Man rennt also los, beschafft den ganzen Mist … und was bekommt man? Richtig: Einen Standard-Pickup. Mannomann!

Die ganze Fahrphysik stammt übrigens aus der Hölle. Gesteuert wird wie bei „Far Cry“ mit WASD, umschauen kann man sich mit der Maus. Beim Anfahren muss man sich aber zunächst mal davon überzeugen, dass die Steuerung richtig funktioniert. Manchmal reagiert das Auto nämlich nicht auf das Lenken und fährt einfach stur geradeaus. Passiert meist beim Rangieren, ist aber nervig. Ansonsten haben die Autos eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 40 km/h, wobei sie eine Drehzahl jenseits der 7000 erreichen. In einer Ferienanlage mit engen, verschlungenen Pfaden, die zudem auch noch mit allerlei Trümmern zugestellt sind, reicht das aber allemal.

Manchmal verzapft die Physik-Engine echt witzige Sachen.

Auch wenn die Technik ziemlich scheiße ist, macht das Spiel trotzdem einen Haufen Spaß. Irgendwie hat es mich ziemlich abgeräumt. Die ganze Atmosphäre ist richtig klasse. Es wird auch immer bedrohlicher, weil im Hintergrund allmählich ein Sturm aufzieht. Keine Ahnung, ob dieser Sturm jemals richtig losgehen wird, aber die Optik ist schon genial. Abgesehen davon gibt es noch viel auszuprobieren. Ich habe beispielsweise noch keine Waffen modifiziert. Da scheint auch noch richtig was zu gehen. Obwohl, in „Dying Light“ habe ich mir auch kaum irgendwelche Mods zusammengebaut und bin auch so durchgekommen …

Und überall darf gesammelt werden, was das Zeug hält.

Ich freu mich in jedem Fall drauf, wieder in die Feriensiedlung zurückzukommen und den Untoten weiter die Fresse zu polieren. Und wenn inzwischen schon ein zweiter Teil unterwegs ist: Umso besser!

Ach ja, „Dying Light 2“ ist ja auch irgendwie in der Pipeline. Wenn man dann noch „State of Decay“ mit dazu nimmt, dann bin ich mit Zombie-Spielen momentan ganz gut eingedeckt. „Dead Rising 2“ habe ich auch noch nicht komplett durch.

Und irgendwann will ich mich ja auch noch ein bisschen mit meinen Kumpels von den BBfA unterhalten …

Der Leichenhaufen im Vordergrund stört die Idylle nur unwesentlich …

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